Archiv der Kategorie: Presse

Ein Stückchen mehr Cyber Sicherheit…

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Hackerangriffe beinflussen Wahlen, Schadsoftware legt 100000 DSL- Anschlüsse lahm und Cyber- Kriminaliät nimmt ständig zu.

Horrorszenarien prägen die Medienberichterstattung bei Internet- Themen. Vieles davon läßt sich durch Medienkompetenz verhindern und noch einiges mehr mit den richtigen Werkzeugen. Wenn man  einige vermeintlich unverzichtbare gegen quasi adäquat gleichwertige austauscht und selbst etwas besser aufpasst, kann man manchem virtuellen Ungemach ausweichen.

Bei Windows- Betriebssystemen ist es ratsam, Produktivsysteme nicht mit adminstrativen Benutzerrechten zu verwenden. Das schützt mehr als alle Anti- Viren- Produkte zusammen. Ein aktuelles Patchlevel der installierten Programme und des Betriebssystems selbst sind eigentlich selbstverständlich. Mit ausreichend Medienkompetenz und den richtigen Konfigurationen kann kaum noch etwas passieren.

Die Wahl des Browsers ist bereits essentiell. Quelloffene Produkte wie der Mozilla Firefox sollten den Vorrang bekommen, denn damit ist ein unbemerktes Ausspähen von persönlichen Daten durch den Hersteller weitgehend ausgeschlossen. Schließlich kann man durch einige geschickte Eingriffe den Sicherheitsstandard noch erhöhen. Am Beispiel des Mozilla Firefox könnte das etwa so aussehen:

 

In den Firefox- Browser lassen sich etliche mehr oder weniger nützliche Zusatzprogramme (AddOns) installieren. Einige davon machten unrühmliche Schlagzeilen, weil sie eben entgegen ihrer ursprünglichen Funktion Datenspionage betrieben. World of Trust (WoT) wurde diesbezüglich entlarvt. Nach bestem Wissen und Gewissen und einer technischen Analyse werden hier nur AddOns verwendet, die nach derzeitigem Wissensstand keine Daten ohne Zustimmung des Benutzers sammeln.

Punkt 1:

 

FlagFox ist ein AddOn, welches optisch gleich anzeigt, wo sich der Server, auf welchem das aktuell besuchte Onlineangebot verwaltet wird, beheimatet ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass deutschsprachige Angebote auf ausländischen Servern gehostet werden. Dennoch ist es hilfreich, wenn man im Zweifel etwas genauer nachsehen kann. Beim Klick auf die Länderflagge werden umfangreiche Angaben zur besuchten Internetseite dargeboten. Es lässt sich damit feststellen, wer für die entsprechende Domain verantwortlich ist.  Man muss selbst entscheiden, inwieweit man die Internetseite als seriös betrachtet.

 

Google ist der uneingeschränkte Marktführer bei den Suchmaschinen. Allerdings ist Google auch gleichzeitig der größte Datensammler. Man kann das ignorieren oder aber Alternativen verwenden. Die Suchmaschine Startpage verwendet die Google- Datenbanken, aber versichert dem Nutzer, keine Daten zu sammeln und ihm Anonymität zu gewährleisten. Es gibt noch weitere Suchmaschinen, die ebenfalls datenschutzfreundlich ihre Dienste anbieten. Diese können bei den Sucheinstellungen des Firefox integriert werden. Will man keinesfalls auf Google verzichten, so sollte man wenigstens eine verschlüsselte Variante (https oder ssl) des Suchanbieters verwenden.

Punkt 3:

Quasi unbemerkt sammeln sogenannte Tracker, die als Programmcode in vielen Internetseiten versteckt sind, Daten der Besucher. Das geschieht völlig heimlich und ohne Zustimmung der Nutzer. Mit diesen Daten lassen sich umfangreiche Nutzer- und Bewegungsprofile erstellen. Ghostery verhindert diese Art der Datenspionage weitgehend. Man kann das Tool individuell einstellen und zur Funktionalität mancher Bereiche einzelne freischalten. Mit Zustimmung (Opt In Verfahren) werden Daten an den Hersteller versendet, damit einerseits neue Tracker einbezogen werden können und andererseits Drittanbietern die Information bereitgestellt wird, wo welche Tracker blockiert werden. Das ist dann im Prinzip auch eine Datensammlung, allerdings muss man daran nicht partizipieren und kann selbst darüber entscheiden.

 

Diverse Einstellungen erlauben dem Benutzer, als nützlich empfundene Tracker auch einzuschalten. So werden Facebook- Login oder Like- Buttons auf externen Internetseiten ebenfalls als Tracker identifiziert. Denn auch sie sammeln Daten. Es ist somit möglich, Sicherheit und Funktionalität individuell zu beeinflussen.

Punkt 4:

Eine Kalenderfunktion mit Termineingaben ist nützlich und auch hier bietet Google seine Dienste an. Allerdings steht für Google auch hierbei das eigene Geschäftsmodell im Vordergrund, auch wenn der Google- Kalender sehr bedienerfreundlich und umfangreich ist.

 

Als Alternative kann man das AddOn ReminderFox verwenden, was auch die Möglichkeit bietet, den Kalender mit anderen Leuten zu teilen. Das ist jedoch nicht so bequem wie beim Google- Kalender und auch nicht für Smartphones verfügbar, dennoch ein recht nützliches Tool, wenn man einen datenschutzfreundlichen sowie interaktiven Online- Kalender sucht.

Punkt 5:

Ähnlich wie FlagFox arbeitet auch das AddOn TCPIPUtils.

 

Man kann sich unter den beiden Tools nach eigenen Vorlieben das ansprechendere auswählen oder auch beide parallel verwenden.

Punkt 6:

Anonymisierung ist ein wesentlicher Bestandteil von sicherer Internetnutzung und ausgesprochen wichtig für Leute, die womöglich politisch verfolgt werden. Ungeachtet der jeweiligen Situation bietet anonymoX eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich anonym in der virtuellen Welt zu bewegen, indem die eigene tatsächliche IP- Adresse durch eine andere ersetzt wird. Eine Rückverfolgung ist praktisch ausgeschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

Weniger auf den eigenen Computer, sondern mehr auf den kompletten Internetanschluss zielt Shodan ab.

Eigentlich handelt es sich hierbei um eine spezielle Suchmaschine, die vorwiegend auf das „Internet of Things“ zugeschnitten ist und aufzeigt, wie gut oder schlecht das „Ziel“ gesichert ist. Offene Ports sind hierbei die essentiellen Schnittstellen. Ports, die nicht benötigt werden, sollten geschlossen werden. Smart Home Geräte, die bequem über UPnP am DSL- Router betrieben werden, können dadurch schnell zu Unsicherheitsfaktoren und Ziel für Hacker werden.

Dass auch immer noch gefälschte Emails Schadsoftware auf Computer installieren können oder zu falschen Handlungen motiviert von Betrügern führen, kann eigentlich ebenfalls weitreichend unterbunden werden.

Zunächst möchte ich an dieser Stelle eine merkwürdig klingende Frage stellen:

Wer hat bereits unglückliche Erfahrungen mit Schadsoftware machen müssen, obwohl mindestens eine Sicherheitssoftware installiert gewesen ist?

Wer diese Frage mit „Ja“ beantworten muss, muss gleichzeitig sein eigenes Sicherheitskonzept in Frage stellen. Was nützt ein Anti- Viren- Programm, wenn es nicht vor den Gefahren schützt, weshalb man es installiert hat? Zu Anfang des Artikels wurden einige wichtige Elemente eines praktikablen Sicherheitskonzeptes erwähnt. Anti- Viren- Software ist nicht völlig überflüssig, aber man darf sich auch keinesfalls darauf verlassen und in dem Glauben agieren, man sei vor Malware geschützt.

Nach wie vor sind gefälschte Emails ein adäquates Mittel, Computernutzer auszutricksen. Mozilla bietet mit dem Emailclient Thunderbird eine komfortable Lösung zum Verarbeiten von Emails. Und ein recht nützliches AddOn gibt es für diesen Emailclient.

MailHops zeigt ähnlich wie im Firefox das Tool Flagfox eine Länderflagge an, womit man schnell die tatsächliche Herkunft der Email feststellen kann. Egal wie echt die Fälschung auch wirken mag, es wird eher unwahrscheinlich sein, dass Amazon eine Bestellbestätigung aus Istanbul über den Umweg der Britischen Jungferninseln versenden würde.

Sicherheit könnte so einfach sein…

FirefoxConfig

ThunderbirdConfig

Diese beiden Downloads konfigurieren bereits installierte Mozilla- Produkte so um, dass die hier vorgestellten Tools automatisch integriert werden. Existiert weder Firefox noch Thunderbird, installiert das jeweilige Tool die aktuell mit den Tools kompatible Version des Mozilla- Produktes. Auch veraltete Versionen von Browser oder Emailclient werden erkannt und auf die aktuell getestete Version hochgerüstet.  Bestehende Konfigurationen werden zuvor gesichert, falls man es vergessen haben sollte.

 

 

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Geiz ist geil und kann trotzdem teuer werden!

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Innovationsmangel kann man Online- Betrügern wohl kaum vorwerfen. Ziemlich ausgefeilt und unter den Augen der Verantwortlichen bei Amazon treiben jene Betrüger ihr Spiel im Amazon Marketplace.

 

Amazon weißt zwar stets darauf hin, dass man Aufforderungen nach Bezahlmethoden außerhalb von Amazon nicht Folge leisten soll, dennoch werden derartig offensichtliche Betrugsversuche zugelassen. Im Anzeigefeld „Zustand“ steht für gewöhnlich entweder „neu“ oder „gebraucht“ bzw. noch so etwas wie „gebraucht, aber wie neu“, jedoch wenn dort eine Aufforderung zu finden ist, die dazu animiert, vor der regulären Kaufabwicklung eine ominöse Emailadresse zu kontaktieren, sollten die Alarmglocken klingen…

Tatsächlich funktioniert der generelle Amazon- Bestellprozess wie gewohnt, zumindest dem Anschein nach.

 

Allerdings erhält man eine gefälschte Email, die angeblich von Amazon stammen sollte, wenn man zuvor mit der angegebenen Emailadresse Kontakt aufgenommen hatte.

 

Die Emailadresse lautet in diesem Fall zahlungen@amazon-bestellen.net und ist so gestaltet, wie man es von Amazon her kennt. Allerdings handelt es sich nicht um eine offizielle Amazon- Emailadresse. Wie eine Analyse ergibt, hat diese Email einen umständlichen Weg über die Türkei und Tortola (Britische Jungferninseln) eingeschlagen. Das ist merkwürdig, wenn der europäische Unternehmenssitz von Amazon doch in Dublin (Irland) zu verorten ist. Der Text in schlechtem Deutsch sollte selbst den naivsten Schnäppchenjäger überzeugen, dass hierbei etwas faul sein muss.

 

Angeblich gab es nur einen einzigen Smart TV dieser Sorte beim Amazon– Marketplace- Händler X. Y GmbH, übrigens einer Firma für Stahl- und Apparatebau aus Baden- Württemberg, die kurioserweise auch Unterhaltungselektronikartikel zu unschlagbar günstigen Preisen anbieten soll. Jetzt erscheint das quasi gleiche Angebot bei einem anderen Händler (tRÄNENpALAST, Berlin), aber die gleiche ominöse Emailadresse (xcvx80@*web.de) erscheint im Feld „Zustand“.

Geht man nicht auf das Angebot ein, was ohnehin ein Fake ist, wird die Bestellung ohne Angabe von Gründen storniert.

 

Das geschieht dann offiziell über Amazon, womöglich durch den Shop- Betreiber. Es bleibt daher unklar, inwieweit der entsprechende Online- Shop in den Betrug involviert ist. Es besteht jedoch auch der begründete Verdacht, dass die Betrüger an die Zugangsdaten des entsprechenden Marketplace- Shop Betreibers gelangt sind und dessen Shop nun für den Betrug temporär missbrauchen. Demzufolge gehen viele Amazon– Marketplace Shop- Betreiber nicht sonderlich sorgfältig mit ihren Zugangsdaten um.

Ein Kontakt bei einem womöglich gekaperten Marketplace- Betreiber ergab, dass dieser über einem gehackten Amazon– Marketplace  Account klagte, aber dennoch keine juristischen Maßnahmen einleiten wollte.

Schließlich erhalten potentielle Kunden, die das perfide Spiel bis dahin mitgemacht haben, eine gefälschte Amazon– Email.

 

Man sollte sich dringend an den Hinweis von Amazon erinnern (siehe 1. Abbildung), dass man keine Zahlungen außerhalb von Amazon leisten soll. Das Konto gehört definitiv nicht Amazon, wie eine IBAN- Prüfung ergibt:

Quelle: https://www.iban-rechner.de/iban_validieren.html
Quelle: https://www.iban-rechner.de/iban_validieren.html

 

Und die Emailadresse des Absenders dieser gefälschten Amazon– Email lautet: bestellbestatigung@swsamazoncentral.com, also sicher nicht ein Amazon– Account.

Genau genommen sollten diese Recherche- Ergebnisse den Ermittlungsbehörden ausreichen, um die Betrüger aufspüren zu können, zumal Rumänien ein Mitgliedstaat der EU ist…

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Saarland Weihnachts- Challenge

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Der gemeine Saarländer besitzt in seiner evolutionsbiologischen Charakteristik eine gelassen gemütliche Grundkonstitution. Das ändert sich schlagartig mit Beginn der Adventszeit…

Quelle: http://de.gofreedownload.net/free-vector/vector-christmas/free-christmas-themed-sketchy-vector-graphics-pack-67375/
http://de.gofreedownload.net/free-vector/vector-Quelle: christmas/free-christmas-themed-sketchy-vector-graphics-pack-67375/

Wer nicht pünktlich zum 1. Advent eine Fichte oder mindestens eine Kirschlorbeerhecke  im Vorgarten mit einer 200 LED Lichterkette als ernsthafte Konkurrenz zur kommunalen Straßenbeleuchtung ausgestattet hat, muss damit rechnen, tags darauf zum empörten Gesprächsthema an der Wursttheke zu avancieren. Eine vorweihnachtliche  „Challenge“, wie man heutzutage inoffizielle Wettkämpfe von bisweilen derber Sinnlosigkeit nennt, hat die Saarländer jäh aus ihrer Lethargie entfesselt.

Schlehdorn Walter aus der Friedhofsgasse, ehemaliges Grubenrind und autodidaktischer Schwenker- Bastler, legt mit seiner Dachrinnen- Mobilkonstruktion die Messlatte für die Beleuchtungskonkurrenz gewaltig hoch an. Ein beleuchteter Schlitten samt 8 Rentieren aus selbst geflochtenem Schießdraht rollt die 10 Meter lange Hausfront, angetrieben von einem ausgebauten Waschmaschinenmotor, entlang. Der modifizierte Schleudergang des einstigen Haushaltsgeräts katapultiert das Gefährt am Ende seiner Fahrt zum Ausgangspunkt zurück, sodass man das etwa 2 Meter lange Lichtobjekt mit einem tieffliegenden Kometen verwechseln könnte. Den Bremsmechanismus hat der ambitionierte Bergmannskumpel noch nicht ausgereift perfektionieren können, was Zweifel daran aufkommen lässt, dass sein Konstrukt bis zum Heiligabend durchhalten wird.

Nachbar Schmitt Ewald war selbstverständlich nicht untätig und mit investigativer Energie, welche er seit seiner Pensionierung als Steuerbeamter in keiner Weise verlernt hat, konnte er sich seit Juli auf das Projekt des Kontrahenten vorbereiten. In diesem Jahr soll mit ausgefeilter Computertechnik der monströsen Mechanik aus der unmittelbaren Nachbarschaft effektiv entgegen gewirkt werden. Jede seiner insgesamt 1200 Dachziegel hat er mit einer Multicolorleuchtdiode bestückt, welche einzeln per Funksignal angesteuert werden können. Im Wechsel der frequenzabhängigen Tonhöhe des Weihnachtsliedes „Oh Tannenbaum“ erleuchtet rhythmisch und in Farbe die zur Straße um 38 Grad geneigte Dachfläche, sodass er sich hierfür eigens eine Feuerwerksgenehmigung der Klasse 2 von der zuständigen Gemeindeverwaltung einholen musste.

Etwas gediegener, allerdings nicht weniger aufwendig will Großfamilie Kannengießer der weihnachtlichen Vorfreude begegnen. Sie bewohnen mit 3 Generationen und insgesamt 13 Einzelpersonen das mehrstöckige Gebäude am Ende der Gasse. Es handelt sich um ein landestypisches Doppelhaus, wobei beide Fronthälften nach architektonischer Präzision vollkommen gleich auszusehen scheinen. Die ungewöhnlich vielen, allerdings auch putzig kleinen Fenster können praktischerweise wie eine zweistellige Digitalanzeige zweckentfremdet werden. Mit ebenso vielen Zeitschaltuhren werden eigens angebrachte Leuchtelemente in den Fensterrahmen so gesteuert, dass in korrekter Kombination der jeweilige Kalendertag als Gesamtkunstwerk die Hauswand schmückt.

Weniger ambitioniert gibt sich der bekennende Langzeitarbeitslose Müller Erwin, indem er einen Ring Lyoner schlicht mit 4 Bierflaschen ziert. Jeden Adventssonntag öffnet er ein Pils und prostet genüsslich den Nachbarn zu, welche in Unverständnis kopfschüttelnd vom Fenster verschwinden, sobald sie sich entdeckt fühlen.

Als vor 8 Jahren zugezogener, ehemaliger Pfälzer hat es der Klostermann Manfred ungleich schwerer, seine durchaus vorbildlichen Integrationsbemühungen erfolgreich voranbringen zu können. Mit einer Flutlichtkonstruktion provozierte er im vergangenen Jahr einen kollektiven Besuch von Mitarbeitern der Flugsicherung und des Bundesgrenzschutzes. Es führte zur abrupten Disqualifikation im vorweihnachtlichen „Contest“ und zu Abzügen in der B- Note durch den Vorstand des Heimatvereins beim Frühschoppen nach dem Hochamt. Sozusagen „gelb vorbelastet“, aber keineswegs entmutigt, trägt sein Engagement endlich die erhofften Früchte. Sichtlich beeindruckt registriert die kritische Nachbarschaft seine imposante Beamer- Projektion von Fußballergebnissen in Echtzeit beginnend mit der Kreisliga bis zur Bundesliga. Die fensterlose linke Hauswand eignet sich hervorragend als Projektionsfläche, während 5 speziell dafür gepflanzte Douglastannen als dezente Umrandung eine räumliche Wirkung ausstrahlen.

Das Saarland ist bestens vorbereitet, Weihnachten kann kommen. Wie begegnet ihr eigentlich dieser alljährlichen Herausforderung?

 

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Passivrauchen per WhatsApp!

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Herzlichen Dank an alle Benutzer des Messenger- Dienstes WhatsApp, welche den neuen und seit einigen Tagen gültigen Nutzungsbedingungen zugestimmt haben, insbesondere jene, die meine Telefonnummer in ihren Kontakten gespeichert haben.

Quelle: freeiconspng.com
Quelle: freeiconspng.com

Als Facebooknutzer habe ich peinlich genau darauf geachtet, dass keine persönlichen Daten der Öffentlichkeit Preis gegeben wurden. Was dennoch nicht vermeidbar war, habe ich fiktiv gestaltet. Einzig der Name entspricht der ungeschminkten Wahrheit, was im Prinzip auch ausreichen sollte. Trotz nerviger Aufforderungen habe ich meine Telefonnummer nie mitgeteilt. Denn die Telefonnummer ist ein ziemlich gutes Identifizierungsmerkmal und ist begehrt zur Erstellung von Nutzerprofilen. Das gehört zum Geschäftsmodell von Facebook.

Dank euch lieben Verwandten und Bekannten sowie Unbekannten, denen meine persönlichen Selbstbestimmungsrechte am Allerwertesten vorbeigingen, besitzt nun Facebook auch meine Telefonnummer mit dem dazugehörigen Namen, falls dieser in euren Kontaktdaten korrekt ausgeschrieben gespeichert war. Ich wollte niemals diese Daten herausgeben, aber ihr habt es einfach getan, ohne mich überhaupt zu fragen, ob ich es euch überhaupt erlauben würde. Auch wenn euch jeglicher Datenschutz egal ist und ihr euch exhibitionistisch durch die virtuelle Welt bewegen wollt, was gibt euch das Recht, diesen Lebensstil auch mir aufzuzwingen?

Was würdet ihr wohl dazu sagen, wenn plötzlich Staubsaugerverkäufer und Versicherungsvertreter sowie diverse Drückerkolonnen eure Wohnungstür ständig belagern würden, weil ich ihnen eure Adresse gegeben hätte?

Es ist ein wenig wie Passivrauchen oder Fluglärm. Es ist unverschämt, rücksichtlos und ignorant zugleich, andere Menschen in Mitleidenschaft zu ziehen, um eigene Interessen durchsetzen zu wollen.

Hintergrundinfos: http://soznet.org/654-2/

Anmerkung:

twitter_kommentare

Nicht ganz unberechtigt ist diese Kritik per Twitter. Im  ersten Moment mag es  absurd wirken,  einen solchen Artikel zu verfassen und selbst einen Facebook- Account zu besitzen.  Beschäftigt man sich etwas intensiver damit und kennt sich einigermaßen mit datenschutztechnischen Maßnahmen aus, kann man Facebook hervorragend als Indikator für die Wirkung eigener Datenschutzmaßnahmen verwenden.

facebook_werbung facebook_werbung1 facebook_werbung2

Facebook bietet nämlich die ausgesprochen informative Möglichkeit, sich anzuschauen, weshalb jene spezifische Werbung anzeigt wird.

Im 1. Fall stimmt lediglich der Einwahlknoten, der einmalig ein freier WLAN- Hotspot in St. Ingbert war. Schwerhörig bin ich glücklicherweise nicht und auch noch nicht in jenem gesetzten Alter.

Im 2. Fall könnte man immerhin annehmen, dass Facebook mein Alter kennt, allerdings habe ich meinen Geburtstag im Profil auf 1905 datiert. Also ist es ein sehr ungenauer Datenbestand, den Facebook über mich pflegt.

Auch im 3. Fall stochert Facebook bei der Analyse meines Datenprofils ziemlich im Dunkeln. Es ist Ihnen nur möglich, sehr vage Informationen über mich an ihre Werbepartner zu übermitteln. Mein falsches Geburtsdatum und die IP- Adresse des Proxyservers dessen Standort in Deutschland ist, ist quasi alles, was Facebook  von mir relativ gesichert weiß. Das ist fast nichts und falsch dazu und somit gut.

Der Einsatz von diversen Verschleierungsmaßnahmen und ein Mindestmaß an Freizügigkeit über die eigene Person zeigen effektive Wirkung. Wüssten Facebook’s Werbepartner, welch miserables Nutzerprofil ihnen der Datenkrake verkauft hat, würde es den Erfolg des Zuckerberg- Unternehmens erheblich ausbremsen, würden es viele andere Nutzer ähnlich handhaben.

Die Möglichkeit, dass man hier Kommentare mit dem Facebook- Profil verfassen kann, zwingt die Besucher, die tatsächlich Kommentare verfassen möchten, nicht dazu, es nicht auf die übliche Weise zu tun. Da auch auf dieser Internetpräsenz keine Tracker die Nutzerdaten erfassen und erst recht nicht an Facebook & Co. weiterleiten, ist diese Kritik ziemlich unberechtigt. Selbst nutze ich auch oft den Facebook- Account für Kommentare auf diversen Internetpräsenzen, da ich dadurch nicht überall einen eigenen Account anlegen muss. Da mein Facebook- Account quasi ohne Aussagekraft ist, erhält Facebook bestenfalls die Information, dass ein über 100 Jähriger, der am südlichsten Zipfel Südamerikas lebt, dennoch sich permanent in Deutschland aufzuhalten scheint, in einer Baumschule und in  Oxford  bildungstechnisch umtriebig war und von Beruf der Pressesprecher der fiktiven Diktatur Omnibrain aus einem Computerspiel zu sein vorgibt…

 

 

 

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What’s wrong with WhatsApp?

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Die im August 2016 geänderten Nutzungsbedingungen beim beliebten Messenger- Dienst WhatsApp sorgen unter den Anwendern für Irritationen.

Die wohl umstrittenste und auch datenschutzkritischste Änderung stellt die Weitergabe der eigenen Telefonnummer sowie die Daten aus dem Adressbuch des Smartphones an den Mutterkonzern Facebook dar. Außerdem wird auch das individuelle Nutzungsverhalten des WhatsApp- Anwenders weiter gegeben.

Quelle: whatsapp
Quelle: whatsapp

Das personalisiert den WhatsApp- Nutzer nun für Facebook, auch wenn dieser gar keinen Facebook- Account besitzt. Man muss die Formulierungen sehr genau beachten, denn sie werden oft und auch gerne falsch interpretiert.

Wenn du ein bestehender Benutzer bist, kannst du wählen, deine Account-Informationen nicht mit Facebook zu teilen, um deine Facebook-Werbung und Produkterlebnisse zu verbessern.

Die Facebook-Unternehmensgruppe wird diese Information trotzdem erhalten und für andere Zwecke, wie Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen.

Ob viele Nutzer nun diese Nutzungsbedingungen nicht richtig verstehen oder unbewusst falsch interpretieren, es bleibt schlichtweg Tatsache, dass WhatsApp zukünftig die Telefonnummern aller Nutzer an Facebook weiter gibt. Es ist außerdem ein Trugschluss zu glauben, dass hierfür der WhatsApp- Nutzer auch gleichzeitig einen Facebook- Account besitzen müsste. Das ist völlig irrelevant und steht auch gar nicht so im Text. Technisch spielt das nämlich keine Rolle.

Was man lediglich mit der Verweigerung dieser Zustimmung erreichen kann, ist, dass Facebook, sofern auch ein Facebook- Account des WhatsApp- Nutzers existieren würde, diese Daten nicht mit anderen Facebook- Nutzern und Werbepartnern automatisch „geteilt“ werden und damit die personalisierte Werbung bei Facebook optimiert wird im Sinne der Werbepartner. Es ist mit keinem Wort dargelegt worden, dass die Daten nicht zu anderen Zwecken verwendet werden. Davon ist allerdings auszugehen und wird auch so in den Nutzungsbedingungen bestätigt. So darf man davon ausgehen, dass mit dem Kriterium „Telefonnummer“ die Personalisierung von Nutzerprofilen sehr genau werden wird. Man darf natürlich auch damit rechnen, dass diese wertvollen Daten monetär genutzt werden, wenn auch nicht direkt als Facebook- Werbeeinblendung.

Man kann also konstatieren, dass mit Nutzerdaten von WhatsApp- Anwendern irgendwie irgendwo Datenbanken von Facebook gespeist werden. Wie diese Daten schließlich verwendet werden, bleibt völlig unklar.

Ein weiteres negatives Highlight der neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp stellt diese Passage dar:

Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.

Es wird jedem WhatsApp- Anwender schwer fallen, bestätigen zu können, dass man autorisiert ist, die Telefonnummern aller gespeicherten Kontakte auf dem Mobilgerät an Facebook weiter zu geben. Genau genommen macht man sich strafbar bzw. juristisch angreifbar, wenn man WhatsApp weiterhin benutzt. Man könnte bestenfalls alle Kontaktdaten entfernen, wovon nicht explizit eine Einwilligung zur Weitergabe derer Daten vorliegt. WhatsApp bzw. Facebook versucht sich mit dieser Klausel geschickt aus bestehenden Datenschutzrichtlinien heraus zu winden und verlagert sicher eintretende Verstöße auf seine Anwender. Das ist einerseits extrem fies und andererseits bestimmt bald ein Thema für den Bundesdatenschutzbeauftragten bzw. für den Bundesjustizminister.

Wer unter diesen Umständen weiterhin WhatsApp nutzen sollte, verhält sich gegenüber all seinen Kontakten im Adressbuch höchst verantwortungslos. Was jeder Einzelne dazu veranlasst, seine persönlichen Daten an Konzerne und völlig unbekannte Dritte heraus zu geben, ist dagegen die eigene freie Entscheidung.

Update 16. September 2016:

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Az. 24-501-1 II#2613

Sehr geehrter Herr B.

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage vom 1.9.2016, in der Sie die Änderungen der Nutzungsbedingungen von WhatsApp kritisieren. Mit den Änderungen wird festgelegt, dass WhatsApp die Mobilfunkrufnummer des Nutzers und alle in seinem Adressbuch verzeichneten Rufnummern für Werbezwecke an Facebook weitergibt, unabhängig davon, ob es sich um Nutzer von Facebook handelt.

WhatsApp wurde im Herbst 2014 von dem US-amerikanischen Unternehmen Facebook übernommen. Die zunächst geltende Zusicherung, die Daten beider Dienste getrennt zu halten, wird mit den neuen Nutzungsbedingungen aufgehoben. Dem Nutzer wird lediglich ein befristetes Widerspruchsrecht und dies auch nur für die Nutzung der Rufnummer eingeräumt, die Weitergabe findet in jedem Fall statt.

Als Anbieter eines Telekommunikationsdienstes unterfällt WhatsApp, soweit deutsche Nutzer betroffen sind, den Regelungen des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Danach ist die Übermittlung der Rufnummern an eine andere Stelle nicht zulässig, es sei denn, der Nutzer hat ausdrücklich eingewilligt. Auch die geforderte Bestätigung des Nutzers, dass die Zustimmung aller Kontakte zur Weitergabe der Daten eingeholt wurde, ist in Frage zu stellen.

Ich habe WhatsApp auf den Verstoß gegen deutsches Telekommunikationsrecht hingewiesen und zur Stellungnahme aufgefordert.

Unabhängig davon hat sich nach hiesigen Informationen auch die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) eingeschaltet. Nach dortigem Recht liegt ein Verstoß gegen eine Anordnung der FTC vor, wonach sowohl Facebook als auch WhatsApp verpflichtet sind, bei Änderung der Geschäftspraktiken hinsichtlich der Verwendung der WhatsApp-Nutzerdaten die ausdrückliche Einwilligung des einzelnen Nutzers einzuholen.

Mit freundlichen Grüßen

**********************************************

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz

und die Informationsfreiheit

Referat ZA

– Servicebüro –

Husarenstr. 30

53117 Bonn

Tel.: +49 (0)228 997799-0

Fax:  +49 (0)228 997799-550

E-Mail: servicebuero@bfdi.bund.de

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Evolution (im)possible – eine Buchrezession

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Etwas kurios kam diese Buchkritik zustande. Ich  ärgerte mich über einen Facebook- Beitrag in meiner Timelime, weil dieser zu einer Werbeanzeige führte, wo ein Buch zum Kauf angeboten wurde.

mementoDementsprechend äußerte ich mich auch abfällig über jenes Buch, welches die Evolution in Frage stellt. Der Verlag sendete mir daraufhin ein kostenloses Exemplar, um mir eine Meinung darüber bilden zu können. Das habe ich dann auch versucht…

Ich arbeitete mich chronologisch anhand von extrahierten Zitaten am Inhalt ab.

„Doch wenn der Genetiker Recht hatte und Mutationen niemals neue zweckgerichtete genetische Informationen erzeugten, dann wäre Evolution als die Ursache des Lebens auf der Erde ausgeschlossen und könnte unmöglich stattgefunden haben.“ (Seite 8)

Zunächst muss ich darauf hinweisen, dass ich natürlich nicht das nötige Fachwissen besitze, um komplexe biologische Abläufe über Millionen von Jahren erklären oder gar deuten zu können. Das muss man auch in vielen Fällen gar nicht. Es werden hier schlicht 2 Meinungen von Genetikern gegenüber gestellt. Beide können keine fundierten oder belegbaren Nachweise erbringen, dass jeweils ihre Beurteilung korrekt ist bzw. die korrektere wäre. Es wird allerdings einfach angenommen, jener Genetiker, der die Ansicht vertritt, dass „niemals“ aus Mutationen neue genetische Informationen entstehen könnten, Recht haben würde. Daraus entsteht die Schlussfolgerung und keinesfalls der Beweis, dass die Evolution nicht die Ursache für (neues) Leben auf diesem Planeten sein kann. Man beachte auch den stets verwendeten Konjunktiv, welcher eben einen fundierten Beweis ausschließt.

„Die Analyse- Ergebnisse aus dem staatlichen Forschungslabor in Neuseeland gaben ein Alter von 6600 Jahren an…“  (Seite 9)

Ein Blick in die Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Radiometrische_Datierung) veranschaulicht, dass diese Messmethode nicht fehlerlos sein muss und im Buchtext auf eine wissenschaftliche Redundanz der Ergebnisse nicht eingegangen wird, diese somit auch nicht zwingend durchgeführt worden sind. Gerade wenn eklatante Zweifel entstehen, wäre es doch von hohem Interesse, die Messergebnisse entsprechend zu verifizieren?

Auf Seite 10 folgt dann die Behauptung: „Die Schöpfung ist ein Akt Gottes“

Bereits die Überschrift von Kapitel 1 („Aber ist die Evolutionstheorie nicht bewiesen?“) vermittelt einen falschen Ansatz. Es handelt sich um eine Theorie, was eben keinen Beweis darstellt. Wikipedia hilft dabei erneut: „Eine Theorie ist ein System von Aussagen, das dazu dient, Ausschnitte der Realität zu beschreiben beziehungsweise zu erklären und Prognosen über die Zukunft zu erstellen.“

Es behauptet folglich niemand, dass die Evolutionstheorie Tatsachen liefert, bestenfalls plausible Erklärungen. Auch darf man die Begriffe „Evolution“ und „Evolutionstheorie“ niemals gleich setzen. Das scheint mir Dr. Ashton nicht ausreichend zu berücksichtigen.

„Aber ich habe bislang keine seriöse wissenschaftliche Ausarbeitung gefunden, welche einen belegten Mechanismus beschreibt, wie aus leblosen Molekülen eine lebende Zelle entstanden sein könnte.“ (Seite 14)

So gehen beispielsweise Verschwörungstheoretiker vor, wenn sie Zweifel an zwar allgemein anerkannten Gegebenheiten streuen möchten, aber selbst nicht in der Lage sind, den Beweis für ihre eigene Theorie liefern zu können. Man will damit die Gegenseite nötigen, ihren Beweis zu liefern, um damit die eigene Position als richtig darzustellen. Denn man weiß (hofft), dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt dieser Beweis nicht erbracht werden kann. Man darf aber als unabhängiger Betrachter zweier unterschiedlicher Ansichten nicht dieser geschickten Manipulation erliegen.

An dieser Stelle nenne ich gerne das Beispiel des Jahrhunderte alten Dogmas, die Erde sei eine Scheibe. Es war schlicht vom wissenschaftlichen Fortschritt nicht möglich, den Gegenbeweis zu erbringen. Heute werden Leute belächelt, welche immer noch glauben, dass die Erde eine Scheibe wäre, während es vor diesem Beweis genau umgekehrt war.

„Die weitverbreitete Behauptung, dass die Evolution eine bewiesene Tatsache sei, wurde nicht nur nicht bestätigt, sondern es gab im Gegenteil veröffentlichte Artikel, welche sie widerlegten.“ (Seite 15)

Der Autor folgt weiter beharrlich seiner Strategie, die eigene Position dadurch zu festigen, indem er Unstimmigkeiten in der Gegenseite offenbart. Dabei verzichtet er jedoch auf jegliche Fakten, welche die Evolution in ihrer Gesamtheit als Trugschluss der Wissenschaft entlarven. Man darf nun ebenfalls schlussfolgern, dass ihm dies nicht gelingen würde und er deswegen absichtlich darauf verzichtet.

Ich versuche an dieser Stelle als Laie einen faktisches Beispiel aus der Natur zu erläutern, was keineswegs einen Beweis für die Evolution bzw. deren Theorie liefern soll, aber zumindest den Nachweis erbringt, dass äußere Einflüsse auf ein Lebewesen, dessen Entwicklung beeinflussen können. Es gibt in Mitteleuropa den Schmetterling Araschnia levana (Landkärtchen), welchen es in zwei unterschiedlichen Erscheinungsformen gibt. Im Frühjahr existiert eine größtenteils orangefarbene Spezies, während im Spätsommer eine deutlich dunkler gefärbte 2. Generation aus den Eiern und Raupen der 1. Generation entsteht. Das ist abhängig von der Tageslänge und kann unter geringen Laborbedingungen ohne Eingriffe in den Organismus nachgezüchtet werden. Es genügt quasi, die Lichtbedingungen bzw. jahreszeitlichen Bedingungen nachzustellen, um die gewünschte Variante zu züchten. Diese optische Verändrung des Schmetterlings ist reproduzierbar und liefert zumindest den Beweis, dass Mutationen in der Natur vorkommen und auch durch Einflüsse in der Natur gesteuert werden.

Dr. Ashton führt selbst auf Seite 18 und 19 die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Kirschner und Prof. Gerhart auf, um eigentlich dieses kleine Experiment mit dem Schmetterling ignorieren zu können, weil zwar die Möglichkeit der Veränderung nachgewiesen werden kann, aber nicht, worin diese Möglichkeit ihren Ursprung besitzt. Bis hierin stützt sich Dr. Ashtons Gegentheorie ausschließlich auf der Nichtbelegbarkeit eines ursprünglichen Kernprozesses der Evolution. Das ist irgendwie nicht viel, dennoch erwartet er, dass man deswegen die komplette Evolution in Zweifel zieht.

Das erste Kapitel schließt mit dem Satz:

„Doch bevor wir weitere Beweise gegen die Evolution erörtern, wollen wir uns im nächsten Kapitel zunächst einmal Darwins Theorie näher anschauen.“

Hierzu wäre anzumerken, dass Dr. Ashton nicht einen einzigen Beweis gegen die Evolutionstheorie bis dahin erbracht hat. Er hat lediglich mögliche Fehler in dieser Theorie aufgegriffen, um damit plausible Schlussfolgerungen zu ziehen, welche aber keineswegs das Gegenteil, also im Prinzip die göttliche Schöpfungsgeschichte, nachweisen könnten…

In Kapitel 2 möchte ich lediglich auf eine Auffälligkeit eingehen, da dort im Prinzip nur die Evolutionstheorie nach Darwin behandelt wird, ohne tatsächlich stichhaltige Fakten für eine völlig falsche Erklärung der Entstehung und Weiterentwicklung des Lebens nennen zu können.

„Wenn sich allerdings in einer 3,5 Milliarden Jahre andauernden Evolution als letzte kleine Stufe der Mensch vom Schimpansen entwickelt haben soll, würde man von der Intuition her erwarten, dass die Übereinstimmung der DNA eher 99,99% betragen müsste. 4% Unterschied sind relativ hoch und sprechen eher dafür, dass hier derselbe intelligente Designer am Werk war.“ (Seite 27)

Dr. Ashton schlussfolgert erneut, ohne selbst konkret den angeblich erkannten Fehler aufzeigen zu können. Denn eine Intuition ist alles andere als wissenschaftlich. Erstmals bringt er allerdings mit dem Begriff „Designer“ eine eigene Komponente ein. Das macht neugierig…

Auf Seite 9 wurde noch die radiometrische Datierungsmethode als vermeintlichen Nachweis gegen die Evolution eingebracht, um auf Seite 32/33 plötzlich für das Gegenteil herhalten zu müssen:

„Die Folge ist, dass radiometrische Datierungsmethoden ernsthafte Probleme aufweisen können und möglicherweise absolut „verrückte“ Phantasieresultate produzieren.“

In Kapitel 4 wird viel über Evolutionstypen erklärt und fabuliert, wobei ich zugeben muss, nicht hinreichend Expertise auf diesem Gebiet zu besitzen, um ernsthaft mitreden zu können. Für mein subtiles Verständnis ausreichend zu erfassen ist die Schlussfolgerung, dass Evolutionstyp 3 bislang nie nachgewiesen werden konnte, allerdings die Basis für die Darwin’sche Evolutionstheorie bildet.

Verstrickt man sich weniger in komplizierte Berechnungen und Plausibilitäten und nimmt weder die Evolutionstheorie noch eine andere, bislang im Buch nicht behandelte Möglichkeit der Entstehung und Veränderung von Leben als gegeben an, eröffnet dies eine objektivere Betrachtungsweise. So steht der Autor auf den Standpunkt, dass Typ 3 der Evolution nicht nachgewiesen werden kann. Da Dr. Ashton also aufgrund diverser durchgeführter Experimente der Ansicht ist, dass ein bestimmter Organismus nicht zu einem neuen mutieren kann, jedenfalls nicht durch die Evolutionstheorie erklärbar oder gar nachweisbar ist, darf man schlussfolgern, dass er eine andere Erklärung dafür hat. Aber selbst bis zur Seite 59 findet man absolut nichts dergleichen. Er hält starr an seiner These fest, dass eine fehlerbehafte Theorie zwangsläufig eine andere, vielleicht seine eigene, richtig werden lässt, ohne deren Fehler nur ansatzweise in Frage zu stellen.

In Kapitel 5 seines Buches widmet sich Dr. Ashton intensiv den mehr oder weniger wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie die Zeitachse der Erde nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen muss. Er zweifelt die Datierungen anhand von Fossilienfunde ebenso an wie die angewendete Methodik. Das mag sogar eine durchaus imposante Ungenauigkeit vermuten lassen, aber entkräftet bei weitem nicht die Evolution als solche. Störend empfinde ich bei seinen Erklärungsversuchen die Tatsache, dass er selbst Theorien anderer Wissenschaftler ausschließlich mit eigenen Theorien, welche allesamt ebenfalls keine Beweiskraft besitzen, zu entkräften versucht.

„Dieser Fund von weichem Gewebe in einem Dinosaurierfossil, das nach der geologischen Zeittafel in 80 Millionen Jahre altem Gestein gefunden wurde, ist ein stichhaltiger Beweis dafür, dass das Gestein und die Fossilien der geologischen Säule, keine Millionen Jahre alt sein können. Es ist ebenfalls ein Beweis dafür, dass die Evolution niemals stattgefunden hat.“ (Seite 86)

Endlich kommt Dr. Ashton zur Sache und entlarvt sich damit selbst. Weil ein augenscheinlicher Fehler in einem auf Schätzungen, Berechnungen und Schlussfolgerungen basierendem Modell, welches er übrigens selbst 86 Seiten lang vehement kritisiert, Erkenntnisse hervorbringt, welche kaum oder gar nicht einzuordnen sind, erklärt er damit die Evolution als gescheitert und nicht existent. Dass es allerdings all jene Fossilienfunde und Gesteinsproben gibt, scheint ihn dabei nicht zu stören. Trotzdem beschreibt er selbst diverse Lebewesen in unterschiedlichen Zeitepochen, obwohl er genau diese Dinge in Frage stellt.

„Mit anderen Worten gesagt, war einiges, was in der Literatur als Evolution gedeutet wurde, lediglich das Ergebnis davon, dass präexistente genetische Information verloren gegangen ist und nicht das Resultat von neuer genetischer Information, die irgendwie durch Zufall entstanden ist.“ (Seite 90)

In der Literatur (https://de.wikipedia.org/wiki/Evolution) findet man als Definition der Evolution beispielsweise diese Aussage in der Wikipedia:

Evolution (von lateinisch evolvere „entwickeln“) ist die allmähliche Veränderung der vererbbaren Merkmale einer Population von Lebewesen von Generation zu Generation. Zu den Forschungsgebieten der Evolutionsbiologie gehören sowohl die Evolutionsgeschichte, in der die Veränderungen der Lebewesen im Laufe der Erdgeschichte beschrieben werden, als auch die Erklärungen für die Evolution durch die Evolutionstheorien.

Dr. Ashton begeht einen elementaren Fehler, indem er pauschal auf „die Literatur“ verweist. Nicht die verschiedenen Interpretationen eines Sachverhalts sind entscheidend für dessen Korrektheit oder Fehlerquote, sondern der Sachverhalt selbst. Nimmt man die Beschreibung in der Wikipedia zum Beispiel als Maßstab für seine Behauptung, liegt Dr. Ashton erwiesenermaßen falsch. Denn es wird von Veränderungen gesprochen und keineswegs behauptet, dass neue genetische Informationen zufällig entstanden sind.

Dr. Ashton versteift sich darauf, dass Evolution unbedingt mit der Veränderung von genetischen Code zu tun haben muss. Wieso eigentlich? Allein die Anpassung an neue Lebensräume und Bedingungen könnte man bereits als Evolution betrachten. Der Mensch wird nachweislich immer größer. Der menschliche Körper wächst im Durchschnitt über die Jahrhunderte. Bleibt man einfach bei diesem Faktum, wie soll man es anders nennen als Evolution?

Auch versucht Dr. Ashton permanent anhand von diversen Lebewesen wie Haien oder Krebsen überzeugen zu wollen, dass es keine Evolution gibt, weil diese Tiere sich über Millionen Jahre hinaus quasi nicht verändert hätten. Das Beispiel des Schmetterlings greife ich gerne erneut auf, der sich in seinem Lebenszyklus, welcher unter Umständen nur wenige Wochen betragen kann, außergewöhnlichen Veränderungen unterworfen ist. Aus einer gedrungen Raupe entwickelt sich eine fast unbewegliche Puppe, woraus ein fliegendes Insekt entschlüpft. Wie könnte man den Begriff „Mutation“, welchen Dr. Ashton gerne im Zusammenhang mit einer nicht möglichen Evolution verwendet, besser darstellen? Was wäre, wenn Dr. Aston stattdessen den Begriff „Metamorphose“ verwenden würde?

In Kapitel 8 taucht Dr. Ashton schließlich und endlich in die Mythologie- und Sagenwelt ein und möchte anhand von Überlieferungen großer Flutkatastrophen tatsächlich einen wissenschaftlichen Beleg für die Schöpfungsgeschichte konstruieren. Dabei ähneln sich alle Überlieferungen aus verschiedenen Regionen nur in einem einzigen Punkt: Es gab eine große Flut und viele Lebewesen kamen darin um. Die jeweiligen Interpretationen dieser Geschichten unterscheiden sich erheblich.

„Die Geschichte aus dem alten Indien erzählt von Manu, den ein Fisch vor einer Flut warnte, welche die ganze Menschheit zerstören würde. Ihm wurde aufgetragen, ein Schiff zu bauen, welches der Fisch während der Flut an einen Landeplatz auf einem Berggipfel bringt.“

Es irritiert doch erheblich, dass Dr. Ashton bis zum Kapitel 8 penibel wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Erkenntnisse gegenüber stellt, um Unzulänglichkeiten heraus pflücken zu können und stützt seinen Gegenbeweis auf abenteuerliche Geschichten aus Zeiten, wo man die Erde noch als Scheibe begriff und die Menschen sich ihre eigenen Gedanken über den Sinn und die Entstehung des Lebens abseits wissenschaftlicher Erkenntnisse herbei philosophierten. Wie stellt man sich die Kommunikation zwischen einem Fisch und einem Menschen vor, wo es um den Untergang der Welt geht? Auch in der biblischen Geschichte baute ein einziger Mann namens Noah mit bestenfalls wenigen Familienmitgliedern ein seetaugliches Schiff für Passagiere, die niemals auf engem Raum miteinander auskommen würden. Wie ernährten sich beispielsweise die fleischfressenden Tiere an Board über Monate? Wenn alle Lebewesen, die es damals gegeben haben soll, auf Noah’s Arche angewiesen waren, um überleben zu können, muss dieses Schiff gewaltig gewesen sein. Man könnte endlos viele Fragen stellen, wie dieses gigantische Unterfangen funktioniert haben soll und wird permanent auf Widersprüche treffen, die mit Logik, der Physik und weiteren wissenschaftlichen Aspekten nicht erklärt werden können. Gleichzeitig stört sich aber Dr. Ashton an Gesteinsschichten, die nicht wissenschaftlich korrekt datiert werden können.

„Weitere Beweise für die Glaubwürdigkeit des Sintflutberichts scheinen in den piktographischen Symbolen einer alten chinesischen Schrift erhalten geblieben zu sein.“ (Seite 126)

Dr. Ashton traut sich tatsächlich hierbei von Beweisen zu reden. Er legt großen Wert darauf, dass Vorkommnisse, also primär jene Sintflut, zeitlich sehr nahe beieinander liegen müssen. Hierbei fällt auf, dass sich aus einer geringen Zahl überlebender Menschen, explosionsartig etliche imposante Kulturen entwickelt haben, welche sich sogar quasi blitzschnell über weite Teile der Welt verbreitet haben. Im Vergleich zum Erdzeitalter (ca. 4,3 Milliarden Jahre) und der damit verbundenen Evolution, war die Entwicklung der Menschheit aus einer Handvoll überlebender Bauern zu vielen hochentwickelten Metropolen weniger als ein Augenzwinkern. Da ist tatsächlich ein starker Glaube an eine höhere Macht dringend erforderlich.

„Forscher vom Hungary Central Research Institute für Physik und die Semmelweis University für Medizin berichten ebenfalls, dass das Wachstum von Krebs verlangsamt wird oder gar ganz aufhört durch Deuteriumoxid entleertes Wasser.“ (Seite 132)        

Ob sich Dr. Ashton mit dieser Aussage vergaloppiert hat, kann ich nicht beurteilen. Er unterschlägt jedenfalls womöglich vorsätzlich, dass Deuteriumoxid (schweres Wasser) neben der möglicherweise positiven Wirkung auf Krebserkrankungen daneben grundsätzlich leicht toxisch ist und die Nebenwirkungen schlimmer sind als die mögliche Heilung von Krebs. Dennoch will er damit den Beweis für das angeblich hohe Lebensalter von vorsintflutlichen Königen und Herrschern ableiten, welche nach dem Alten Testament (Genesis) mehrere 100 Jahre alt geworden sein sollen. In anderen, nicht näher beschriebenen Überlieferungen sollen diese Könige sogar mehrere 1000 Jahre alt geworden sein. Das zwar nicht wissenschaftlich nachweisbare hohe Alter dieser etwa 8 Personen wiederum soll darauf zurückzuführen sein, dass zur damaligen Zeit schweres Wasser anstatt wie heutzutage leichtes Wasser überwiegend Bestandteil der Nahrungsaufnahme war. Und damals quoll jenes schwere Wasser tief aus der Erde empor, wenn man der Genesiserzählung glauben möchte. Verwunderlich erscheint dabei, wieso ausgerechnet und ausschließlich nur jene 8 Könige so alt geworden sein sollen und nicht die restliche Bevölkerung ebenfalls? Das scheint für Dr. Ashton auch nicht wichtig und schon gar nicht nützlich zu sein, denn er sucht damit verzweifelt nach einer Erklärung, dass die Menschen in dieser Zeit bessere Gene besessen haben sollen und will damit sogar den Nachweis erbringen, dass die DNA heute lebender Menschen überlebenswichtige Informationen verloren haben muss. Seine Thesen sind abenteuerlich und seine Beweisketten stützen sich auf fragilen Erzählungen, deren Wahrheitsgehalt nie nachgewiesen werden konnte.

„Nach modernen Messungen würde die Arche etwa 140 Meter lang, 23 Meter breit und 14 Meter hoch sein. Mir wurde berichtet, dass dies sehr realistische Maße für den Schiffsbau und die Stabilität auf dem Meer sind.“ (Seite 133)

Wer berichtete Dr. Ashton, dass diese Maße für den Schiffsbau für damalige Verhältnisse realistisch sein sollen? Das wäre eine wichtige Erkenntnis, allerdings müssen sich die Leser mit dieser vagen Aussage zufrieden geben. Recherchiert man jedoch nach, erscheint diese Aussage erneut abenteuerlich. Das bisher größte antike Schiffswrack, welches man vor der griechischen Insel Antikythera gefunden hatte, soll mehr als 2000 Jahre alt sein und beachtliche 50 Meter lang gewesen sein. Im Vergleich zu Noah’s Arche wäre es dennoch ein Winzling gewesen. Darüber hinaus darf man davon ausgehen, dass dieses Schiff von vielen Handwerkern und Konstrukteuren gebaut wurde, während Noah auf eine geringere und weniger qualifizierte Arbeiterschaft vertraut haben musste…

Übrigens wird gar nicht in Abrede gestellt, dass es keine Sintflut in der Antike oder noch früher gegeben haben könnte und die mögliche Entstehung des Schwarzen Meeres deutet sogar darauf hin. Die Naturkatastrophe, falls es sie gegeben haben sollte, muss gewaltig gewesen sein, aber hätte dennoch nicht ausgereicht, um global alles Leben auszulöschen. Außerdem hätte ein solches Ereignis schlimmstenfalls regionalen Einfluss auf die Evolution, wie man es auch beim Kontinent Australien beobachten kann.

Kapitel 9 von Dr. Ashton’s Pamphlet gegen die Evolution kann eigentlich vernachlässigt werden. Er wiederholt Aussagen aus vorherigen Kapiteln und schlussfolgert anhand von nicht existierenden Beweisen, dass die Erde deutlich jünger sein muss als es geologisch weitgehend wissenschaftlich anerkannt ist.

In Kapitel 10 hält er sich erneut mit radiometrischen Datierungsmethoden auf, welche nur dann als korrekt von ihm anerkannt werden, wenn sie in sein Konzept passen, aber falsch sein müssen, wenn sie nur ansatzweise die Evolution stützen. Gestein und Gesteinsschichten faszinieren ihn offensichtlich. Dr. Ashton fällt wieder ins alte Strategiemuster zurück, anhand von Ungenauigkeiten bei Messungen und Datierungen die Evolution in Frage zu stellen, anstatt seine eigene Theorie nachweisen zu wollen.

In Kapitel 11 widmet sich Dr. Ashton speziell der Urknalltheorie. Darüber darf man durchaus geteilter Meinung sein, denn es ist fürwahr ein abenteuerlicher Erklärungsversuch, wie das Universum entstanden sein soll. Es ist und bleibt eine Theorie und niemand stellt die kühne Behauptung auf, dass das Universum so entstanden sein muss. Demgegenüber gibt es ja zum Beispiel auch die Schöpfungsgeschichte, wo ein Gott in 7 Tagen die Welt erschaffen haben soll. Man könnte auch nüchtern attestieren, dass niemand wirklich weiß, wie das Universum entstanden ist, aber sich einige Leute den Kopf darüber zerbrechen und gerne eine Erklärung bieten möchten. Die Evolution selbst ist von der Urknalltheorie weit entfernt und sollte nicht kausal damit verbunden werden. Das allerdings versucht Dr. Ashton, um der Evolution einen möglichen Anfang zu entziehen.

In Kapitel 12 stellt Dr. Ashton einige Wissenschaftler vor, deren Forschungen und Experimente viele Thesen der Evolutionstheorie und wissenschaftliche Hypothesen in Frage stellen. Dennoch beweisen all diese Wissenschaftler im Gegenzug nicht die Richtigkeit der Schöpfungstheorie. Nicht ansatzweise liefern diese Wissenschaftler Nachweise über die Richtigkeit der Schöpfungsgeschichte. Nicht einmal erhöhen sie deren Wahrscheinlichkeit gegenüber der Evolution. Dr. Ashton folgt ausschließlich dem Prinzip, dass eine fehlende Beweisbarkeit auf der einen Seite den Beweis liefern würde, dass die andere Seite der Wahrheit entspricht. Das ist jedoch die Strategie, womit Verschwörungstheoretiker ihre Anhänger rekrutieren.

„Die klare Schlussfolgerung ist, dass symbolische Information oder Sprache eine Kategorie der Realität darstellt, die unabhängig von Materie oder Energie ist.“ (Seite 184)

Diese Behauptung ist meines Erachtens vollkommen falsch. Die Interpretation von Dr. Ashton ist es auf jeden Fall. Um hörbare Sprache erzeugen zu können, erfordert es Energie. Das dürfte wissenschaftlich unbestritten sein. Informationen sind die Deutungen von Gegebenheiten oder entwickelten Mustern. Und jede Informationsverarbeitung, ob im Gehirn oder maschinell erfordert ebenfalls Energie.

Bemerkenswert bis tollkühn sind Dr. Ashtons Thesen in Kapitel 13, wo er einen angeblichen Traum des babylonischen Herrschers Nebukadnezars als Basis für den vorbestimmten Lauf der Geschichte durch einen Gott beschreibt. Er verzichtet dabei vollkommen auf jegliche wissenschaftliche Analyseverfahren, welche zuvor noch so wichtig für die angebliche Widerlegung der Evolution waren. Seine historische Exkursion entfernt sich dabei von der Naturwissenschaft, welche plötzlich keine Rolle mehr zu spielen scheint.

Stimmen im Kopf von Jeanne d’Arc müssen inzwischen für die Existenz eines Gottes herhalten. Es gibt so manche Serienkiller und paranoide Gestalten, welche sich ebenfalls von angeblichen Stimmen im Kopf leiten ließen. War in deren Köpfen nun der Teufel am Werk? Das Niveau des Buches hat rapide nachgelassen. Was in menschlichen Gehirnen vor sich geht ist mindestens genauso unerklärlich wie die Entstehung der Welt und des Lebens. Es ist auch fast eine Gesetzmäßigkeit, dass irgendwelche Menschen sich dazu berufen fühlen Unerklärliches bzw. Unerforschtes erklären zu wollen. Daraus entwickeln sich Theorien.

„Dennoch liefert die Existenz einer übernatürlichen Intelligenz, eines Schöpfergottes, der unabhängig ist von Raum und Zeit, eine sinnvolle Erklärung für unsere Existenz.“ (Seite 209)

Dr. Ashton vernachlässigt jegliche Beweisführung über die Existenz dieser übernatürlichen Intelligenz und stellt es einfach als Faktum hin, weil er zu jenen Leuten gehört, die nach Erklärungen für eben jene Dinge suchen, die nicht bzw. noch nicht wissenschaftlich erklärbar sind und flüchtet sich in den Glauben an einen Gott. Millionen von Menschen glauben an einen oder gar mehrere Götter. Erklärungsnot macht erfinderisch. Wer selbst nicht genug Phantasie besitzt, findet in diversen Religionsgemeinschaften Antworten auf die eigenen Sehnsüchte, aber eben keine Antworten auf die ursprünglichen Fragen.

„Ich glaube daran, dass wir Menschen in dem „Bilde“ dieses super intelligenten Schöpfergottes gemacht wurden.“ (Seite 216)

Mit dieser dogmatischen Aussage im letzten Abschnitt seines Buches bekennt sich Dr. Ashton als gläubiger Mensch. Das ist völlig legitim. Weniger nobel hingegen ist sein Vorgehen in diesem Buch, wie er andere Erklärungsversuche für das Leben, speziell die wissenschaftlich weitgehend anerkannte Evolution regelrecht bestreitet. Fundierte Gegenbeweise könnte er dabei nicht liefern. Stattdessen basiert sein komplettes Werk auf mehr oder weniger plausibel klingenden Schlussfolgerungen basierend auf hypothetischen Aussagen.

Im Anhang (Seite 218) datiert Dr. Ashton die Schöpfung, also somit die Entstehung der Welt auf etwa das Jahr 3959 vor Christus. Das ist eine ambitionierte Aussage, denn nicht einmal der genaue Geburts- bzw. Todestag von Jesus Christus kann eindeutig datiert werden. Gleichzeitig an Datierungen im Bereich von Milliarden von Jahren Kritik zu üben, erfordert schon ein hohes Maß an Arroganz. Und selbst wenn die Evolution 2 Milliarden Jahre später begonnen hätte und die Datierungsfehler so vehement wären, würde man noch lange nicht bei etwa 4000 Jahren v. Chr. ankommen. Dinosaurier hätte es dieser Theorie zufolge gar nicht gegeben und die Fossilen wurden zur Verwirrung von Geologen und Paläontologen von jenem Schöpfergott in den Gesteinsschichten deponiert. Demnach müsste auch etwa um 4000 v.Chr. die Artenvielfalt auf dem Maximum gewesen sein und seitdem sind Lebewesen nur noch ausgestorben. Das Mammut existierte demnach nie und es gab auch keine Neandertaler, Säbelzahnkatzen und viele andere Lebewesen, von denen es faktische Nachweise gibt.

Das Pamphlet des Dr. Ashton kann recht schnell als krude Verschwörungstheorie entlarvt werden. Er kann nicht einen einzigen Beweis für seine Theorie für die Existenz eines sogenannten Schöpfergottes liefern. Deswegen besitzt die Evolution und die darauf aufbauende Evolutionstheorie mindestens die gleiche Daseinsberechtigung wie jene utopische Schöpfungsgeschichte, welche weit größere Widersprüche erkennen lässt.

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Genug ist genug

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Die Bild- Zeitung, das zugleich auflagenstärkste wie massenkompatibelste Printmedium in Deutschland überschreitet die rote Linie des guten Geschmacks. Chefredakteur Kai Dieckmann und seine Vasallen dehnen die Grenze zur Volksverhetzung sehr nahe hin zur gesellschaftstauglichen Sollbruchstelle.

Wenn auch die etablierten Parteien ängstliche Zurückhaltung vor der 4. Macht im Staat zelebrieren, hat die kleine Partei „Soziales Netzwerk“ weder Mandate noch Vermögen zu verlieren und braucht sich auch nicht um schlechte Presseberichte zu sorgen.
Moralisch verwerflich ist die kürzlich gestartete Kampagne gegen Griechenland, indem gefügige Konsumenten ein Eigenportrait mit ablehnender Gestik zur geplanten Griechenlandhilfe dem Verlag zusenden sollten. Erste Bilder zur Propaganda- Inszenierung „Wir sagen NEIN“ wurden schon veröffentlicht.
Journalismus soll idealerweise wertneutral über Politik berichten, aber keinesfalls selbst massiv Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen. Die Verantwortlichen im Springer- Verlag sollten sich schämen, mit Hetzkampagnen die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Ob man Flüchtlinge pauschal als Plünderer des Sozialstaates darstellt oder penetrant den Islam mit Islamismus gleich setzt, man versucht bewusst Ressentiments gegen einzelne, Minderheiten und neuerdings gegen ein ganzes Volk zu erzeugen.
Rechtfertigen kann man in einer Demokratie Vorverurteilungen sowie gefährliche Halbwahrheiten mit einem einzigen Verweis auf die verfassungsmäßig garantierte Meinungsfreiheit. Die oft zu Unrecht durch die Medien gepeitschten Protagonisten erinnern allerdings an Lynchjustiz. Medien sind in der Lage, Tendenzen zu erzeugen, ja sogar Wahlentscheidungen zu beeinflussen. Dieser Verantwortung werden leider nicht alle gerecht. Bild hat sich sogar vielfach disqualifiziert in jener anspruchsvollen Disziplin.
Im Artikel 5 Absatz 2 des Grundgesetzes heißt es: „ Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre“.
Meinungsfreiheit besitzt somit auch Grenzen. Die Bild- Zeitung ist offensichtlich grenzenlos erhaben…

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Systemrelevant sind die Menschen, nicht die Banken.

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Rettungsschirme und weitere Finanzhilfen dürfen nicht länger den Verursachern der Finanz- und Eurokrise nützen, sondern müssen der dadurch in Armut und Arbeitslosigkeit gestürzten Bevölkerung aus der Krise verhelfen. Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass im Falle Griechenlands nicht wirklich die Bevölkerung von den europäischen Rettungspaketen profitierte, sondern man versuchte die aus dem Ruder gelaufenen Finanzmärkte zu stabilisieren. Nachweislich floß die Mehrheit der EZB- Gelder, mehr als Dreiviertel der insgesamt 207 Milliarden Euro, direkt in die Bankenrekapitalisierung und indirekt an Gläubiger des griechischen Staates. Gerettet wurden letztendlich die globalen Finanzjongleure zu Lasten der europäischen Steuerzahler. Die griechische Bevölkerung leidet mehr denn je.

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Die Wichtigkeit von Banken und Finanzmärkten wird ständig mit dem Begriff der Systemrelevanz umschrieben. Ohne sie ist ein Leben auf diesem Planeten offensichtlich nicht mehr möglich und vorstellbar. Dieses System mag seine Relevanz haben, aber nicht um jeden Preis und bestimmt nicht des Selbstzweckes wegen. Den Menschen muss endlich die Systemrelevanz zugesprochen werden.

Alle finanziellen Rettungsmaßnahmen müssen unverzüglich an die richtigen Stellen fließen, wo man der Bevölkerung aus der Misere helfen kann. Infrastrukturprojekte müssen in Gang gesetzt werden und zwar indem man die Bevölkerung in Lohn und Arbeit am Aufbau beteiligt. Die bisherigen Rettungsmaßnahmen sind als gescheitert anzuerkennen und nach dem Verursacherprinzip sind Banken, Investoren und Gläubiger an den Kosten zu beteiligen. Das praktizierte Prinzip „Die Ratten verlassen das sinkende Schiff“ ist unverzüglich zu beenden und umzukehren. Eine soziale sowie wirtschaftliche Gerechtigkeit muss zur Zielsetzung werden.

Eine Petition (Meinungsumfrage mit vielleicht etwas Medienrelevanz) kann hier unterstützt werden.

logo_openpetition_header

https://www.openpetition.de/petition/online/systemrelevant-sind-die-menschen-nicht-die-banken

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Rechtfertigt Terror Datensammelwut?

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Reflexartig rufen CSU- Spitzenpolitiker nach dem Terroranschlag von Paris, bei welchem 12 Menschen starben, nach der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung.

Diese unkontrollierbare, technische Datensammlung wurde vom Bundesverfassungsgericht in weiten Teilen als verfassungswidrig eingestuft und wird demzufolge auch nicht angewendet. Daran ändert das aktuelle Massaker in den Redaktionsräumen des Satire- Magazins Charlie Hebdo hoffentlich nichts. Denn was die CSU in ihrem ungebremsten Populismus übersehen hat, ist der nicht unwesentliche Umstand, dass in Frankreich seit 2006 die Vorratsdatenspeicherung Anwendung findet.

Traurig sowie beschämend empfinden wir diesen Vorstoß einer deutschen Partei mit Regierungsverantwortung, im Zuge eines solch schrecklichen Ereignisses, dieses für eigene Befindlichkeiten instrumentalisieren zu wollen.

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Briefbombe fürs Bundeskanzleramt

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Wir rechnen mit der Zuverlässigkeit der deutschen Post, dass unsere Briefbombe pünktlich zum Schwarzpulver- Gedenktag (Silvester) dem Bundeskanzleramt zugestellt wird.

Der Inhalt des Umschlags ist verbal explosiv, aber führt zu keinerlei gesundheitlichen Schäden, sofern man eine ungleichmäßige Rötung von Gesichtspartien aufgrund eines Ärgernisses davon ausschließt. Jedoch kann man mit etwas gutem Willen den enthaltenen Text auch als Ansporn für eine bürgerfreundliche Politik betrachten. Zu vermuten ist allerdings, dass relevante Personen der aktuellen Bundesregierung den Inhalt dieses Briefes gar nicht lesen möchten. Mit einer Antwort ist wohl kaum zu rechnen, geschweige denn mit Lösungsansätzen zu den geschilderten Problemen tausender Menschen in diesem Land.

 briefbombe

Eine Partei aus politischer Notwehr zu gründen, weil man beim derzeitigen Parteienangebot ernsthafte Probleme bekommt, sich wenigstens rudimentär vertreten zu fühlen, erklärt auch jene viel diskutierte Politikverdrossenheit, deren Resultat in immer niedrig werdender Wahlbeteiligung mündet. Die politische Willensbildung in diesem Land obliegt einem elitären Kreis, dessen Sprachrohre permanent jene Demokratie lobpreisen, welche sich im turnusmäßigen Urnengang alle vier Jahre für die Bürger erschöpft.

Briefbomben verfolgen in der Regel den hinterhältigen Zweck, dessen Empfänger Schaden zu zufügen. In diesem Fall jedoch soll ein Schaden abgewendet werden…

Der Inhalt des Schreibens kann beim Bundeskanzleramt erfragt werden oder per Email an kontakt@soznet.org

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