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(Geschützte) Zucht von Apatura iris

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Der Große Schillerfalter (Apatura iris) ist zweifellos einer der prächtigsten einheimischen Schmetterlinge.  Die Art ist glücklicherweise noch nicht vor dem Aussterben bedroht, aber die Populationsrückgänge sind dramatisch.

Die Art lebt in lichten Michwaldstrukturen, vorwiegend wo Sukzessionsflächen den Pionierpflanzen die Möglichkeit bieten, sich zu entfalten. Denn die Raupenfutterpflanze ist die Salweide (Salix caprea), ein Weichholz, dass an Stellen keimt und wächst, wo zuvor eine ökologische Katastrophe geschehen war, ob durch forstwirtschaftlichen Kahlschlag, Sturm oder Brand. Außerdem ist quasi immer ein kleineres Fließgewässer in unmittelbarer Nähe vorzufinden. Dieses Mikroklima ist für die Art lebensnotwendig.

Apatura_iris

Der Klimawandel macht dieser Art auch zu schaffen, denn die Raupen brauchen es eher kühl und feucht. Jedoch problematischer als der Klimawandel sind menschliche Eingriffe in dieses Ökosystem. Für die Forstwirtschaft sind Salweiden eher unbrauchbar und werden als lästiges Weichholz abgeschlagen, um Platz für wirtschaftlich interessantere Gehölze zu schaffen. Aber auch die kommunalen Bauhöfe der Gemeinden schlagen die eher strauchigen Salweiden an Weg- und Waldrändern vielerorts unnötig ab.

Das Jahr 2022 war für die Art eher ein gutes Jahr, allerdings darauf zurückzuführen, dass 2021 im Durchschnitt relativ naß und kühl in Zeiten des Klimawandels war. Die große Hitze und Trockenheit macht den Jungraupen, die ab Juli zu finden sind, oft große Probleme.

Apatura iris L2 Raupe
Apatura iris L2 Raupe

Ich fand auch schon Raupen, die quasi auf ihrem Sitzplatz vertrocknet waren. Es ist eine Eigenheit weniger Arten, dass sie ein Blatt am Ast und sich selbst an der Spitze des Blattes festspinnen. Nur zum Fressen verlassen sie diese Stelle und fressen in das Blatt ein charakteristisches Fraßmuster, wodurch Leute mit geübtem Blick die Raupen finden können.

Dass die geschützte Aufzucht dieser Raupen dadurch zur Herausforderung wird, wird sich jeder Züchter vorstellen können. Denn ein Futterwechsel wie bei anderen Arten ist nicht möglich. Die Raupen müssen demzufolge auf lebendigen Salweiden gehalten werden.

Ich züchte mir hierfür zuvor Salweiden als Topfpflanzen. Ist diese Hürde mit dem Futter überwunden, ist die Zucht wiederum einfacher, denn der stetige Futterwechsel entfällt. Man könnte sogar auf ein Behältnis (Aerarium) verzichten, denn die Raupen verlassen im Prinzip ihre Futterpflanze nicht freiwillig. Zum Schutz gegen Fressfeinde ist aber dennoch ein Aerarium zu empfehlen.

Salix caprea
Salix caprea

Die zweite große Hürde bei dieser Zucht ist die Dauer.  Es geht ja schließlich darum, die Raupen vor dem Fällen der Bäume zu retten, was ja unweigerlich zu deren Tod führen würde. Also muss man sie bereits frühzeitig von Stellen einsammeln, wo entsprechende Bereinigungsaktionen durch Kommunen oder Forstämter zu erwarten sind. Denn die Raupen verlassen erst ihr Sitzblatt, wenn die Bäume ihre Blätter verlieren. Die Raupen von Apatura iris verharren dann vorwiegend an den Ästen und in Astgabeln und trotzen Regen, Eis und Schnee. Selbst über Tage können die Raupen regelrecht eingefroren so überleben, obwohl oder gerade weil sie gerade einmal 2 Zentimeter groß sind.

Derzeit befinden sich 15 Raupen von Apatura iris in meiner Obhut. Um die gut getarnten Räupchen schnell zu finden, sind deren Sitzblätter mit buten Stecknadeln markiert worden.  Gelegentlich wandern sie dann doch mal über die Salweide und suchen sich ein besseres Sitzblatt.

Über den Winter steht dann das Aerarium im Freien, damit die natürlichen Bedingungen gewährleistet sind. Ansonsten würde man durch falsche Bedingungen die Raupen dazu verleiten, ihren Entwicklungszyklus fortusetzen, sodass sie letztendlich an Ermangelung von Futter verhungern würden.

Apatura iris ist ein ausgesprochener Spezialist und über seinen ganzen Lebenszyklus hinweg auf die Salweide angewiesen. Das Entfernen dieser Pflanzen an einem Habitatsstandort kann somit die komplette Population dieser Art dort vernichten. Nur weinige Wochen im Juni und Juli fliegt der Falter und könnte solchen Eingriffen selbst entgegenwirken.

Apatura iris Raupe L4
Apatura iris Raupe L4

Ab dem Zeitpunkt, wo die ersten Blätter austreiben, erwacht die Raupe von Apatura iris sozusagen aus dem Winterschlaf. Etwa gegen Mitte Mai verpuppen sich die Raupen.

Fast erwachsene Raupe von Apatura iris

Auch die Verpuppung findet auf der Futterpflanze statt.

Der Große Schillerfalter ist vom „Kleinen“ an der weißen Binde auf den Unterflügeln zu unterscheiden, die einen markanten Zacken vorweist. Zudem fehlen die orangefarbenen Kreise auf den Oberflügeln, die wiederum bei Apatura ilia zu finden sind. Die Raupen sind quasi nicht zu unterscheiden. Wenn man eine Raupe auf Espe oder Ulme findet, handelt es sich mit großer Sicherheit um Apatura ilia.

Apatura_iris01
Apatura_iris01

Auch bei der Nahrung ist der Schillerfalter kein Nektartrinker. Die weiblichen Falter bevorzugen Baumsäfte und Honigtau, während die männlichen Tiere magisch von Exkrementen, Tierkadavern oder gar Schweiß angelockt werden. Nicht selten entdeckt man die Falter auf Waldwegen, wenn sie an feuchten Stellen Mineralien aufnehmen, die wichtig für die Fortpflanzung sind.

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Der Schillerfalter, der nicht schillert… (Schmetterlingsbericht KW26)

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…und weitere Entdeckungen im Naturgarten.

Carcharodus alceae Ei
Carcharodus alceae Ei

Ein neuer Gast ist im Garten eingezogen, also nicht nur zu Besuch. Ein Malven- Dickkopffalter (Carcharodus alceae) hat an einigen Malven seine Eier abgelegt.

Der Schillerfalter, gleich ob Apatura iris oder Apatura ilia, hat seinen Trivialnamen aufgrund des Blauschillerns bzw. Violetschillerns auf den Flügeln erhalten., wenn die Sonne in bestimmten Winkeln auftrifft.

Die Weibchen dieser Schmetterlinge bekommt man jedoch eher selten zu Gesicht, da sie sich fast immer in den Baumkronen aufhalten. Wenn man diese seltene Gelegenheit bekommt, einen weiblichen Schillerfalter zu sehen, wird man vergebens nach dem Schillereffekt suchen. Es ist somit das beste optische Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern.

Apatura iris ♀
Apatura iris ♀

Auch bei uns in der Region ist der Schmetterling inzwischen selten geworden, das Landkärtchen (Araschnia levana). Diese Woche ist immerhin ein Exemplar der Sommervariante ausgeschlüpft. Im Naturgarten konnte man die letzten Jahre stets noch wenigstens  einen Falter entdecken. 2 waren es bisher.

Araschnia levana
Araschnia levana

Wichtige Anmerkung:

Dass diese Schmetterlinge so selten zu sehen sind und es womöglich immer seltener sein wird, ist dem Umstand geschuldet, dass Wälder immer weiter abgeholzt und Wegränder und Säume auch immer wieder radikal gemulcht werden. Es sind die Lebensräume der Raupen dieser Falter.

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Schmetterlingsbericht Nordsaarland KW25

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Zwei Individuen von Melitaea cinxia sind geschlüpft. Eigentlich für die Art ein recht später Einstieg ins Falterleben. Vorangegangen war eine lange Zucht, die viele Verluste zu verzeichnen hatte.  Die Raupen vom Wegerich- Scheckenfalter überwintern gemeinschaftlich als Jungraupen in einem Gespinst in Bodennähe. Die Zucht dieser Art gestaltet sich ausgesprochen schwierig, da die Temperaturen ausschlaggebend sind, wann und ob die Raupen wieder aktiv werden. Eine Haltung im Freien ist im Aerarium eher schwierig, da Frost und Niederschlag nicht so das Raupennest belasten wie in freier Natur.

Melitea cinxia L3
Melitea cinxia L3
Melitea cinxia
Melitea cinxia

Sehr früh hingegen war der Ei- Fund von Apatura iris. Während noch einige Puppen aus dem letzten Jahr schlüpfen müssen, hat ein Weibchen vom Großen Schillerfalter offensichtlich schon Eier abgelegt.

Apatura iris
Apatura iris ♂
Apatura iris Ei
Apatura iris Ei
Apatura iris Puppen
Apatura iris Puppen

Auch die Zucht von Schillerfaltern ist nicht gerade einfach. Bereits ab Juli (wie man sieht, auch schon ab Juni) kann man die Eier bzw. die L1- Raupen der Art auf Salweide finden. Sie spinnen sich stets an einem Sitzblatt fest. Daher sollte man lebende Salweiden- Bäumchen für die Zucht verwenden. Sie fressen sogar noch bis die Pflanze allmählich die Blätter verliert und überwintern dann an Ästen, vorzugsweise in Astgabeln. Aber auch einige Individuen blieben auf den Blättern, die ziemlich fest am zugehörigen Ast mit Spinnfäden angeleint sind.

Apatura iris Raupe L4
Apatura iris Raupe L4

 

Die 2. Generation von Papilio machaon steht in den Startlöchern. Die Raupen befinden sich im letzten bzw. vorletzten Raupenstadium. Einige haben sich schon verpuppt.

Papilio machaon L4
Papilio machaon L4

Die Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) hingegen beginnen zu schlüpfen.

Gonepteryx rhamni
Gonepteryx rhamni
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Doppelte Gefahr für den „Kleinen Fuchs“

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Schmetterlinge leben gefährlich und stehen in der Nahrungskette ganz unten, gerade noch über den Pflanzen, wenn man fleischfressende mal weg lässt.

Erst wenige Stunden zuvor hat ein Weibchen von Aglais urticae seine Eier an eine Brennessel geheftet und schon sind die Parasiten darüber hergefallen.

Eigelege Aglais urticae

Winzig kleine Fliegen bzw. Wespen (Scelionidae) haben sich bereits über die Eier hergemacht.

Scelionidae


Das Tier hängt hier an der Spitze einer Stecknadel. Mit blosem Auge sind diese winzigen Parasiten kaum zu erblicken, können allerdings erheblichen Schaden anrichten.

Während der Beobachtung des Weibchens war eindrucksvoll zu erkennen, dass sich der Falter sehr genau anschaut, an welche Pflanze die Eier gelegt werden.
Zumindest in diesem Fall wurde eine neu austreibende Brennnessel ausgesucht, die wenige Wochen zuvor am Wegrand der Mahd zum Opfer fiel. Es ist leider zu befürchten, dass nach  einiger Zeit erneut der Wegrand gemäht wird, was letztendlich größeren Schaden verursacht als die Parasiten. Denn in diesem Fall darf man von einer totalen Vernichtung der Raupenpopulation ausgehen.

Im Video sieht man bereits, wie die ersten Parasiten sowie andere Besucher erscheinen. Der Falter macht unbeirrt davon mit der Eiablage weiter.

Desweiteren sieht man auch die Umgebung der Stelle, wo der Schmetterling seine Eier ablegt. Es ist ein Wegesrand…

Eiablage Aglais urticae

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Mittlerer Weinschwärmer

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Deilephila elpenor, der Mittlere Weinschwärmer, gehört zu den Nachtfaltern mit plakativ leuchtend farbigen Flügeln.

Der Schlupf der Falter gegen Mitte April ist durchaus sehr früh. Man könnte es dem Klimawandel zuschreiben, doch in diesem Fall überwinterten die Puppen im Keller bei relativ konstanten Tempearturen. Vom verfrühten Vorsommer gegen Ostern konnten die Puppen nichts mitbekommen. Dennoch sind die ersten Falter geschlüpft.

Deilephila elpenor
Deilephila elpenor

Die Namensgebung klingt irritierend. Tatsächlich gibt es auch einen Kleinen und einen Großen Weinschwärmer, deren nahe Verwandtschaft sich optisch nicht leugnen lässt.

Selten ist die Art nicht, doch man erblickt eher die gedrungenen Raupen als den doch sehr auffälligen Falter. Die Raupen gibt es in 2 unterschiedlichen Farbvarianten, eine seltenere grüne und eine häufigere braune Variante. Wirklich geklärt ist nicht, wie es zu diesen beiden optisch unterschiedlichen Formen kommt. Da die jungen Raupen in den ersten beiden Stadien allesamt grün sind, scheinen nicht alle Exemplare die Farbveränderung durchzuführen. Auf Umgebung, klimatische Bedingungen oder Futter ist das Phänomen nicht zurückzuführen.


Die Raupen leben vorzugsweise auf Weidenröschen, seltener an Blutweiderich und Nachtkerze. In Gärten besetzen sie auch Fuchsien. Vermehrt werden Funde an Springkraut bestätigt. Der namensgebende Wein ist hingegen eher selten besetzt.

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Karstweißling?

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Der Nachweis bei Weißlingen ist meist kompliziert und schwierig am lebenden Objekt.

Weißlings- Ei an Schleifenblume
Weißlings- Ei an Schleifenblume

Die Beobachtung eines Weißlings bei der Ei- Ablage läßt leider kaum Rückschlüsse auf die speifische Art zu, wenn man den Falter nicht sehr genau beobachten und die nur im Detail unterschiedliche Flügelzeichnung erkennen kann.

So ist es unsagbar schwierig, die 3 Arten Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae), Grünader- Weißling (Pieris napi) und Karstweißling (Pieris mannii) unterscheiden zu können.

Die Eiablage an Schleifenblume (Iberis sempervirens) könnte tatsächlich auf Pieris mannii hindeuten, zumal das Falterweibchen im Garten ausschließlich diese Pflanze als Ablageplatz der Eier auserkoren hatte. Alle anderen vorhandenen Raupenfutterpflanzen wurden nicht belegt, die für P. rapae oder P. napi auch infrage kämen.

Der Karstweißling ist ursprünglich nicht in Mitteleuropa heimisch, sondern stammt aus dem Mittelmeerraum und hat sich im Zuge des Klimawandels auch nördlich der Alpen ausbreiten können. Allerdings ist die Art deutlich seltener als die beiden anderen hier aufgeführten.

Weißlings- Ei an Schleifenblume
Weißlings- Ei an Schleifenblume

Jetzt gilt es abzuwarten, bis die Raupen aus den Eiern schlüpfen. Denn nur so ist eine eindeutige Bestimmung von Pieris mannii zu gewährleisten. Denn die Jungraupen haben entgegen der anderen Arten einen schwarzen Kopf…

Karstweißling Raupe L1
Karstweißling Raupe L1

Update 25.04.2022:

Die Raupe besitzt eine schwarze Kopfkapsel, was laut Literatur der genaueste Nachweis für einen Karstweißling darstellt.

Update 05.05.2022:

L2- Raupe Pieris mannii
L2- Raupe Pieris mannii

Dieser Weißling, der so schwer vom Kleinen Kohlweißling und vom Grünaderweißling zu unterscheiden ist, ist deswegen so interessant, dass er ursprünglich in Mitteleuropa nicht heimisch war. Der erste Nachweis in Deutschland wurde erst 2008 erbracht. Man vermutet, dass die Art über Importe von Pflanzen, insbesondere der Schleifenblume eingeschleppt wurde.

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Gibt es unterschiedliche Segelfalter?

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Seit Jahren beschäftigt mich der Umstand, dass der Segelfalter (Iphiclides podalirius) einerseits ein extrem wärmeliebender Falter ist, andererseits aber auch bereits dessen 1. Generation im zeitigen Frühjahr aus seiner Puppe schlüpft, wo die Nächte durchaus noch eisig werden können.

Iphiclides poalirius auf Pfirsichblüte im März 2022
Iphiclides poalirius auf Pfirsichblüte im März 2022

In der Zucht sind die ersten Falter in diesem Jahr am 16. März geschlüpft. Am 28. März 2022 folgte das Exemplar auf dem Foto.
Die Puppen stammen aus Italien, Lombardei.

In Mitteleuropa kommt der Falter zwar nicht häufig vor, aber durchaus regelmäßig in Regionen mit Hanglage wie Mosel, Nahe  oder Rhein. Auch in Brandenburg wurden Exemplare nachgewiesen, also recht nördlich. Je weiter man südlich in Richtung Mittelmeer blickt, desto häufiger tritt die Art in Erscheinung. Auch in alpinen Regionen wie in Südtirol bei Bozen, kommt die Art vor.

Auffällig ist, dass die klimatischen Bedingungen doch extrem unterschiedlich sind. So gibt es in den Alpen noch bis in den Mai gelegentlich Nachtfröste, während auf den griechischen Inseln die Temperaturen über das gesamte Jahr mild im Winter und  heiß im Sommer sind.

Iphiclides poalirius auf Pfirsichblüte im März 2022
Iphiclides poalirius auf Pfirsichblüte im März 2022

Welches Geheimnis trägt der Segelfalter in sich? Die Art verträgt also in der 1. Generation durchaus extreme Kälte und die 2. Generation liebt es trocken und heiß.  Das ist durchaus ungewöhnlich für einen Schmetterling. Oder gibt es einen südlichen und einen nördlichen Segelfalter, der optisch identisch ist?

Auffallend war, dass die Falter nach dem Schlupf sehr unbeholfen waren und auch nicht richtig fliegen konnten. Sie stürzten umgehend zu Boden und kamen auch nicht wieder hoch. Dabei ist das nicht nur der Fall direkt nach dem Schlupf, wo so etwas durchaus üblich erscheint, sondern selbst einen Tag danach. Die Flügel waren nicht wirklich ausgehärtet und immer noch sehr weich.
Erst in der Mittagssonne bei über 20 Grad Celsius sind die Flügel bei diesem Exemplar richtig auszutrocknet.  Doch in Mitteleuropa kann man sich eher schlecht darauf verlassen, dass die Sonne bereits im März so warm scheint. Mangels Referenz- Exemplaren aus Mitteleuropa kann ich diese Merkwürdigkeit leider nicht nachvollziehen.
Es ist also erstaunlich, dass gerade dieser Schmetterling zu den ersten Ankömmlingen in der neuen Saison gehört, abgesehen von den als Falter überwinternden Arten.

Die Falter aus dem Süden scheinen zudem im Durchschnitt kleiner als ihre nördlichen Verwandten zu sein. Das kann jetzt eine subjektive Annahme sein. Wissenschaftlich sind diese Beobachtungen nicht manifestiert.

Über Erfahrungsberichte weiterer Schmetterlingsfreunde in den Kommentaren würde ich mich freuen. Eventuell kommt man dem Segelfalter ja so auf die Spur 😉

 

 

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Das Monarch- Experiment

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Danaus plexippus gilt in Nordamerika als meist erforschter Tagfalter. Legendär sind die Wanderbewegungen nach Mittelamerika und wieder zurück.

Auch in Europa gibt es Inselpopulationen des Monarchfalters, z.B. auf den Kanarischen Inseln und Madeira.
Auch auf der iberischen Halbinsel kommt die Art vor. Entscheidend hierfür ist primär das Vorkommen der Raupenfutterpflanzen, Asclepias– Arten.  In Mitteleuropa kommen diese Pflanzen nicht in der Natur vor. Daher ist alleine schon wegen dieses Defizites keine dauerhafte Population möglich, auch nicht aufgrund einer möglichen Begünstigung durch den Klimawandel.

In einer geschützten Zucht verpuppten sich die Raupen und schlüpften im Juli aus.


Im heimischen Garten hatte ich inzwischen einige winterfeste Seidenpflanzen (A. incarnata, A. speciosa) gepfanzt.
Trotz der schlechten Wetterbedingungen wurden die Falter in die Freiheit entlassen.
(Anmerkung: Eine Faunenverfälschung liegt nicht vor, da Monarchfalter sogar schon an der englischen Küste gesichtet wurden. Die Wanderfalter gelangen gelegentlich mit Windströmungen nach Mitteleuropa, können hier aber nicht dauerhaft überleben.)

Eine erste Beobachtung war, dass die Falter in den Garten zuückzukommen schienen. Sie konnten mehrere Tage dort beobachtet werden.
Das deckt sich mit dem Verhalten der Falter auf La Palma (Kanaren). Dort leben relativ beständige Populationen vorwiegend in Park- und Hotelanlagen mit dem Vorkommen von Asclepias– Pflanzen. Auch dort sind diese Pfanzen nicht heimisch, finden aber hervorragende Bedingungen vor, sich zu verbreiten. Ursprünglich werden sie dort als Zierpflanzen in kultivierten Bereichen gepflanzt.

Trotz der schlechten Witterungsverhältnisse konnte ich einige Eier an den Pflanzen entdecken und später sogar immerhin eine erwachsene Raupe.

Vor Vögel sind die Raupen wegen ihrer Giftigkeit weitgehend geschützt, aber Wespen und Hornissen scheinen die Räupchen durchaus auf den Speiseplan zu nehmen.

Dauerhafte Populationen wird Danaus plexippus in unserer Region auf absehbare Zeit nicht ausbilden können. Eine Überwinterung der Falter unter den hier herrschenden Bedingungen ist eher ausgeschlossen, obwohl auch Vanessa atalanta diesen Evolutionssprung geschafft hat.

Aber es war eine ausgesprochen tolle Erfahrung, im eigenen Garten diese imposanten Falter über einige Tage beobachten zu dürfen und sogar eine Reproduktion nachweisen zu können.

Raupe von Danaus plexippus auf Asclepias incarnata im Nordsaarland
Raupe von Danaus plexippus auf Asclepias incarnata im Nordsaarland

Ausgesprochen interessant wäre es, herauszufinden, in welchem Stadium eine Überwinterung möglich wäre. Die nordamerikanischen Falter wandern vorwiegend in bestimmte mexikanische Gebirgsregionen, wo es durchaus auch gelegentlich ziemlich kalt werden kann.
Obwohl Danaus plexippus der angeblich meist erforschte Falter sein soll, so scheinen viele Fragen noch offen zu sein.

Durch Abholzung der speziellen Waldregion in Mexiko und dem Einsatz von Pestiziden in Nordamerika brechen die Bestände dieses prachtvollen Schmetterlings immer mehr ein.

Die Zucht ab Herbst stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Seidenpflanzen verlieren ihre Blätter vollkommen. Als Ersatzfutter wird kurioserweise das Fruchtfleisch des Butternut- Kürbis angenommen. Das ist aber nicht ausreichend für die Entwicklung, da die Raupen unbedingt auch das Gift aus den Asclepias- Pflanzen mindestens teilweise benötigen.

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Mähen oder nicht mähen?

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Die Mahd von Wiesen ist unter Naturschützern, Landwirten, Politikern und sogar Wissenschaftlern stets ein heftiges Streithema. Selbst aus dem Blickwinkel der Lepidotoerologen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Das Problem für den immerwährenden Disput ist eine fehlende Datenbasis, woran man sich orientieren könnte.

Aus diesem Grund kann ich mich auch nur auf selbst gemachte Beobachtungen und Feststellungen beziehen, wie sich eine Mahd auf Schmetterlinge und speziell deren Larvalstadien auswirkt.

Die Mahd von Wegrändern entlang von Feld- und Waldwegen wirkt sich ausnahmslos negativ auf die Bestände vieler Arten aus, die vorwiegend diese Bereiche für ihre Eiablage bevorzugen.

Dazu zählt zweifelsohne der Admiral (Vanessa atalanta), der eine regelrechte Vorliebe für Brennnesselvorkommen an Wegrändern entwickelt zu haben scheint. Denn genau an diesen Stellen, insbesondere wo Bäume oder gar Wald diese Stellen beschatten, finde ich fast zielsicher die typischen „Blattgespinste“ der Raupen. Eine Mahd zu jenen Zeiten, wo Raupen dort leben, verläuft daher für diese Tiere tödlich.  Inzwischen kann man davon ausgehen, dass zwischen Mai und September dort Raupen dieser Art leben.

Admiral (Vanessa atalanta)
Admiral (Vanessa atalanta)

Völlig anders verhält es sich beim Kleinen Feuerfalter (Lycaena phlaeas), der sich gerne karge Stellen mit wenig Bewuchs in sonnenexponierter Lage für die Eiablage aussucht. Die Eier werden vorwiegend auf Ampfer abgelegt, zielgenau auf Blätter in Bodennähe. So konnte ich feststellen, dass immer wieder Weibchen dieser Art möglichst frisch gemähte Flächen bevorzugten, wo dann die Raupenfutterpflanzen erst wenige Zentimeter aus dem Boden wuchsen.

Kleiner Feuerfalter auf der Suche nach Eiablageplatz
Kleiner Feuerfalter auf der Suche nach Eiablageplatz

Raupe von Lycaena phlaeas
Raupe von Lycaena phlaeas

Eine Mahd scheint auf viele Bläulingsarten (Lycaenidae) eine magische Anziehung auszuüben. Jedenfalls kann ich immer wieder beobachten, dass die Weibchen dieser Art stets die gemähten Bereiche der Wiese für die Eiablage aussuchen und eher nicht die hochgewachsenen Stellen daneben.

Eine Mahd scheint sich also auch positiv auf bestimmte Arten auszuwirken. Wird die Wiese jedoch mehrfach gemäht und auch noch in recht kurzen Zeitintervallen, ist dieser positive Faktor schnell obsolet.

Völlig anders verhält es sich bei einer recht selten anzutreffenden Art. Der Weiße Waldportier (Brintesia circe) hat sehr spezielle Ansprüche an sein Habitat. Es sollten sonnenexponierte Magerwiesen mit hoher Blütendichte sein, aber auch keine zu starke Verbuschung herrschen . Zudem sollte es in Waldrandnähe sein und auch felsige Elemente sollten möglichst vorhanden sein.

Weißer Waldportier besucht naturnahen Garten
Weißer Waldportier besucht naturnahen Garten

Es ist also kein Wunder, dass im massiv industriealisierten  Deutschland diese Art auf der Roten Liste gefährdeter Arten mit Stufe 2 geführt wird.
Um so stolzer bin ich darauf, dass ich diesen seltenen Falter im eigenen Garten im nördlichen Saarland seit Jahren bewundern kann.
Hier wird mit großer Sorgfalt gemäht, möglichst selten und etliche Flächen bleiben weitgehend unberührt. Diese Magerwiesenflächen werden nur einmal im Oktober unkonventionell mit Sense bzw. Balkenmäher gemäht und das Schnittgut bleibt bis zum März des darauffolgenden Jahres liegen.  So bleibt gewährleistet, dass die darin lebenden Insekten eben nicht getötet werden.

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Warum sieht man so viele Brennesselfalter?

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Als sogenannte Brennesselfalter bezeichnet man die Arten

Aglais urticae (Kleiner Fuchs)

Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Aglais io (Tagpfauenauge)

Aglais io (Tagpfauenauge)

Vanessa atalanta (Admiral)

Vanessa atalanta (Admiral)

Araschnia levana (Landkärtchen)

Araschnia levana (Landkärtchen)

Die Raupen dieser Arten leben fast ausschließlich auf Brennesseln. Ihr Vorkommen und die Häufigkeit hängt neben anderen Umständen maßgeblich von der Existenz der Futterpfanzen in der Umgebung ab.

Im Sommer 2021 scheinen diese Falter recht häufig aufzutreten. Zumindest kann man anhand von Beobachtungen vieler Schmetterlingsfreunde dies daraus schließen. Selbst kann ich das aus meinem direkten Beobachtungsbereich (eigener Garten im nördlichen Saarland) absolut bestätigen. Lediglich das Landkärtchen hat sich zumindest hier noch nicht blicken lassen.

Immerhin ist es toll, wenn man diese farbenprächtigen Falter so häufig erblicken kann, zumal sie auch noch recht standorttreu sind.

Doch weshalb sind ausgerechnet diese Falter in diesem Sommer so überproportional präsent? (Im Vergleich zu den 70er oder 80er Jahren ist das allerdings nicht zu betrachten. Da war das völlig normal.)

Wie bekannt ist, spielen etliche Faktoren eine Rolle hierfür. Die Wetterbedingungen sind essentiell. So machte der extrem regenreiche Mai in unserer Region den Raupen keine großen Probleme, wo hingegen andere Arten dadurch weniger häufig auftraten.  Die Witterungsbedingungen haben also großen Einfluss auf die jeweiligen Entwicklungsstadien. Falter, die vorwiegend im Mai fliegen, traf es diesmal hart. Raupen hingegen hatten aus dem gleichen Grund mehr Schutz vor fliegenden Parasiten wie Raupenfliegen oder Schlupfwespen. Diese bevorzugen eben auch trockene Flugtage.
Zudem gedeihten die Raupenfutterpflanzen ziemlich gut. Die Brennesseln in der hinteren Ecke im Garten schossen auf Höhen jenseits eines Meters. Auch im Weggraben am nahegelegenen Rad- und Wanderweg gedeihten die Pflanzen prächtig.

Mitunter entscheidend jedoch für die hohe Populationsdichte war meiner Einschätzung und Beobachtung nach, auch dass durch den verregneten Mai die kommualen Mähtrupps der Bauhöfe deutlich später unterwegs waren. Erst gegen Ende Juni wurden zum ersten Mal die Wegränder wegrasiert. Die Raupen waren zu diesem Zeitpunkt weitgehend verpuppt. Sie konnten in größeren Mengen als üblich den Tötungsmaschinen entgehen, zumindest jene, die sich nicht innerhalb der Weggräben einen Platz zum Verpuppen suchten.

Ja, ich bin mir absolut sicher, dass die Mahd eine elementare Auswirkung auf Insektenpopulationen besitzt und man dies am Vorkommen der genannten Schmetterlingsarten sehr gut feststellen kann.

Dass andere Einflüsse wie Pestizide auf benachbarten Agarflächen oder Flächenversiegelung generell noch extremer Einfluss auf die Bestände von Insekten ausüben, steht außer Frage.

Ich habe 15 Raupen von Vanessa atalanta einsammeln können, bevor dann doch die Mähaktionen einsetzten. Diese Art verpuppt sich vorwiegend an der Futterpflanze selbst. Aus 5 Puppen bzw Raupen  schlüpften unterschiedliche Schlupfwespenarten. Das ist eigentlich noch ein guter Schnitt. Zählt man die Raupen dazu, die von anderen Fressfeinden in der Regel erbeutet werden, darf man von einer Rate von etwa 2% ausgehen, wie viele Eier es schaffen, Schmetterling zu werden. Also von 100 Eiern, die ein weiblicher Falter legt, werden 2 Nachkommen das Falterdasein erreichen. Wenn es drei oder gar vier sind, ist das eine glückliche Begebenheit.

Wenn man jetzt die menschlichen Einflüsse, wie zuvor erwähnt hinzunimmt, kann man sich erklären, weshalb die Biomasse an Insekten so dramatisch einbricht. Ein Ende ist nicht in Sicht…

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