Prima Klima!

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Seit ein inzwischen 16jähriges Mädchen sich regelmäßig mit einem selbst gemalten Schild vor das schwedische Parlament hockte und so eher still und leise gegen die Klimapolitik protestierte, hat sich viel getan.

Das Mädchen, Greta Thunberg, stieg zum Superstar einer weltweiten Bewegung auf, welche gegen die Klimapolitik aller Nationen demonstriert, die vollmundig auf der Pariser Klimakonferenz weitreichende Maßnahmen versprachen, aber diese kaum bis gar nicht umsetzten.

Allerdings wird die junge Schwedin seither auch von vielen Menschen angefeindet, wenngleich ihre Botschaft nichts anderes verkündet, womit Wissenschaftler seit über 30 Jahren bei den Politikern kein Gehör  fanden.

Hat es Greta Thunberg wegen ihres Engagements für ein besseres Klima wirklich verdient, geschmäht, beleidigt, verleumdet und mit falschen Unterstellungen schlecht gemacht zu werden?

Ein autistisches Mädchen wird zur Projektionsfläche für unbeschreiblichen Hass. Was hat Greta Thunberg all diesen Leuten so schlimmes angetan, dass sie so massiv von ihnen angegangen wird? Sie vertritt im Prinzip nur ihre Meinung, die sie sich aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse gebildet hat.

Und genau darin besteht das Problem. Die Wissenschaft scheint sich nicht einig zu sein, was das Thema „Klimawandel“ betrifft.   Angeblich gibt es überwältigenden Konsens, was den anthropogenen Klimawandel betrifft. 97% der Wissenschaftler sollen demnach den anthropogenen Klimawandel bestätigen. Dass diese Zahl allerdings gar nicht nach wissenschaftlichen Kriterien ermittelt wurde,   führt außerdem zu Irritationen.
Denn  es gibt immer wieder Wissenschaftler, die den Klimawandel, der von Menschen verursacht worden sein soll, infrage stellen.  Auch wenn eine Mehrheit der Wissenschaftler den menschengemachten Klimawandel anerkennen und auch mit Studien belegen wollen, gibt es vor allem bei der Größenordnung, in welchem Ausmaß die Menschheit dazu beiträgt, unterschiedliche Ansichten.

Lobbyisten aller Richtungen haben diese Schwachstelle längst erkannt und nutzen sie für ihre eigenen Zwecke aus. Das führt inzwischen so weit, dass die Menschheit angeblich keinen Anteil an den nachteiligen Veränderungen dieses Planeten besitzt und man sich dem Schicksal fügen muss.  Und weil es so bequem und einfach ist, können alle so weitermachen wie bisher.

Losgelöst von diesem Hype um das Klima kann man auch ohne wissenschaftliche Expertise durchaus ehrlich zu sich selbst sein.  Das Artensterben ist ein Faktum, wozu es im Prinzip keinen Studien mehr bedarf, die es uns mit Diagrammen vorführen müssen. Dass die Ozeane inzwischen die Müllkippe für Plastik geworden sind, kann jeder selbst recht schnell feststellen. Was aus den Schornsteinen der Fabriken steigt macht unsere Atemluft sicher nicht gesünder. Da taugt eine bislang noch schlechte CO2- Bilanz bei der Fertigung von Elektro- Fahrzeugen  nicht dazu, die Abgase von Benzin- und Dieselfahrzeugen als bessere Alternative anerkennen zu wollen. Das Abholzen von Wäldern, nicht nur der Regenwälder, ist bekanntermaßen nicht die beste Variante, diesen Planeten lebensfreundlicher zu gestalten.
Und auch der stetige Bevölkerungszuwachs weltweit ist nicht positiv zu bewerten, wird aber gern aus moralischen Gründen ignoriert.

Alles in allen gibt es genügend Probleme, die die Menschheit sich selbst zuzuschreiben hat. Ob der Klimawandel nun dazu gehört oder nicht, spielt eigentlich gar keine Rolle mehr. Wir steuern geradewegs auf die Apokalype zu und hoffen, selbst noch verschont zu werden in der Zeit, die uns noch bleibt.  Schon heute hat nicht jeder mehr das Glück, von den Auswirkungen unseres Handels verschont zu bleiben.

Angenommen, der Klimawandel wäre tatsächlich nicht von der Menschheit negativ beeinflusst worden, sondern ein unvermeidliches Ereignis der Erdgeschichte. Ist das tatsächlich beruhigender als wenn man Einfluss darauf hätte und sogar noch gegensteuern könnte?

Was spricht also dagegen, ungeachtet was den Klimawandel verursacht,  mit allen erdenklichen Mitteln diesen Planeten lebenswerter zu gestalten?   Sollte sich herausstellen, dass der Klimawandel nicht durch die Menschheit zumindest teilweise verursacht wurde, hat man dennoch etwas Nützliches zum Erhalt dieses Planeten beigetragen. Niemand verlangt die vollständige Askese, es reicht womöglich schon, einen nachhaltigeren Lebensstil zu praktizieren. Und das betrifft nicht allein den Einzelnen, sondern vor allem die Mächtigen und Reichen, die einen gewaltigen Anteil daran haben und auch den Einfluss, etwas ändern zu können.

Wir haben keine andere Option. Denn wenn  es keinen anthropogenen Klimawandel gibt, gibt es auch keine Hoffnung, keine Zukunft. Sollte es   den menschenverursachten Klimawandel allerdings geben, in welcher Größenordnung auch immer, dann ist es zumindest eine Option, hiergegen etwas  zu unternehmen.

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Saarländische Facebookgruppe wehrt sich gegen Faschismus- Vorwürfe.

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Wir, die Verantwortlichen von und für die Facebook- Gruppe „Saarland Info“ werden immer wieder mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. Das ist dann zuweilen frustrierend bis diffamierend.
An einigen Beispielen möchten wir den Mitgliedern dieser Gruppe mal zeigen, womit wir uns ständig unsinnigerweise herumschlagen müssen.

Auf welche perfide Art viele aus dieser Gruppe entfernt wurden, gibt mir zu denken.

Quelle: Facebook (öffentlich)

Zunächst einmal besitzen die Administratoren und Moderatoren das Hausrecht in der Gruppe, die sie verwalten. Die können also ohne jegliche Begründung im Prinzip Leute aus ihrer Gruppe entfernen. Das kann völlig subjektiv geschehen und auch ohne Begründung. Das machen wir nicht bzw. versuchen Willkür zu vermeiden. Wenn jedoch jemand gegen unsere definierten Gruppenregeln verstößt, dann muss die jeweilige Person mit Sanktionen rechnen. Das kann final die Entfernung des Profils aus der Gruppe sein. Die möglichen Gründe kann man in der Gruppenbeschreibung nachlesen und wir müssen das weder öffentlich noch persönlich rechtfertigen.

Es gibt übrigens nur eine einzige (perfide) Art, jemanden aus einer Facebook- Gruppe zu entfernen. Man drückt den entsprechenden Button.

 

 

 

Dieses Mitglied wurde nach einer Ermahnung und nach dem 3. Kommentar dieser Art, aus der Gruppe ausgeschlossen. Unsere Schmerzgrenze ist unterschiedlich hoch und schwankt auch nach Tagesform. Aber wir müssen uns keine Beleidigungen gefallen lassen, erst recht nicht in der eigenen „Wohnung“. Beschimpfungen und Beleidigungen gehen dann per PN oftmals weiter. Das bekommen Gruppenmitglieder gar nicht mit, was hinter den Kulissen abläuft.

Selbstverständlich behaupten jene Ausgeschlossenen andernorts, dass man sie völlig grundlos aus dieser Facebook- Gruppe rausgeworfen hat. Diese Leute behaupten auch häufig, Beweise in Form von Screenshots für ihren unrechtmäßigen Ausschluss zu besitzen, nur zeigen tun sie ihre angeblichen Beweise nie. Man sollte diese Beweise dann mal einfordern. In der Regel verläuft das dann im Sande…

Das Moderatoren- Team von „Saarland Info“ ist tatsächlich nicht gegen „Rechts“ und auch nichts gegen „Links“. Aber wir möchten in unserer Gruppe nicht den extremen Enden dieser beiden politischen Gesinnungen Raum zur Entfaltung geben. Der obige Kommentar eines ehemaligen Mitgliedes von „Saarland Info“ verdeutlicht anschaulich, dass man uns dafür verurteilt, weil wir uns nicht von einer der beiden politischen Seiten instrumentalisieren lassen. Es stimmt schlichtweg nicht, dass wir Anfeindungen unkommentiert stehen lassen. Das kann jeder selbst überprüfen. Wir reagieren auf Meldungen sehr zeitnah. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir jeden gemeldeten Kommentar im Sinne des Meldenden löschen. Denn in vielen Fällen handelt es sich eben nicht um justiziable Inhalte oder Verstöße gegen unsere Gruppenregeln. Wem das dann dennoch nicht gefällt, der kann die jeweiligen Kommentare oder Beiträge auch direkt Facebook melden oder gar zur Anzeige bringen. Gerade weil diese Optionen ja existieren, braucht man noch lange nicht die Administratoren und Moderatoren zu diskreditieren, weil diese nicht die Wünsche von Mitgliedern durchgesetzt haben. Wir sind schließlich keine Gesinnungspolizei und gewiss auch nicht fehlerlos. Aber wir geben uns große Mühe, diese Facebook- Gruppe auf sachlichem Niveau zu halten. Das ist nicht immer leicht und die Instrumente, die Facebook dafür zur Verfügung stellt, sind eher bescheiden.

Zum Abschluss noch  Beispiele, weswegen uns heftige Kritik zu Teil wurde. Weil wir jenen Kommentar wegen sogenannter Hetze nicht gelöscht hatten, wurden wir als Faschisten bezeichnet.

Tatsächlich fordert hier jemand die Todesstrafe. Das hat viele andere Kommentatoren erschreckt und der Kommentar wurde auch gemeldet. Nun ist es allerdings im Rahmen der freien Meinungsäußerung vollkommen legitim, die Todesstrafe als Sanktionsmethode zu fordern. Es besteht somit kein Anlass, diesen Kommentar auf Wunsch eines Mitgliedes zu entfernen, auch wenn es vielen Leuten schlimm erscheinen mag.
Facebook stellt leider keine Funktion zur Verfügung, dem Meldenden den Grund mitzuteilen, weshalb man den betreffenden Kommentar nicht löscht. Nur im Falle eines Löschens, kann man dem betreffenden Kommentator eine kurze Nachricht senden.
Anders verhält es sich, wenn jemand die Todesstrafe speziell für eine Person oder Personengruppe fordert. Das ist womöglich strafrelevant, je nachdem, wie diese Forderung formuliert wird. Solche Kommentare löschen wir, wenn wir davon erfahren…

Das Thema in diesem Fall ist eigentlich die Sicherheits- Partnerschaft zwischen Saarlouis und dem Land. Die Bildzeitung reduziert dieses Vorhaben auf 2 Vorkommnisse in diesem Jahr mit vorwiegender Beteiligung von Migranten. Dementsprechend fühlen sich die entsprechenden Leute aus den gegensätzlichen politischen Lagern augenscheinlich genötigt, ihre ganz persönliche Note in die Diskussion zu quälen. Da bis auf den letzten Kommentar, weder eine Person noch eine bestimmte Personengruppe direkt angesprochen wurde, ergibt sich für uns Moderatoren kein Anlass, einschreiten zu müssen. Wobei „AFD Wähler“ durchaus eine Personengruppe charakterisiert und eigentlich dieser Kommentar gelöscht werden müsste. (Der Kommentator hat zwischenzeitlich diesen Kommentar selbst gelöscht.) Macht man das, wird dem Moderatoren- Team regelrecht zwanghaft unterstellt, „rechte“ Parolen zu tolerieren und „linke“ Einwände zu unterdrücken. Objektiv betrachtet, ist das Vorgehen der „rechten“ Fraktion in diesem Fall nur besser an das Regelwerk angepasst. Dafür können aber die Moderatoren nichts. Noch besser wäre es natürlich, wenn alle Kommentatoren auf Provokationen wie solche Kommentare verzichten würden…

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Naturschutz ad absurdum

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Als ich am 20. August 2019 wie gewöhnlich am Naturschutzgebiet LIK Nord
vorbeigefahren bin, habe ich eine für mich verstörende Beobachtung gemacht.

Auf dem Gelände vom AHA Hüttenpark Neunkirchen und der Berghalde König, ein Teilbereich jenes Naturschutzgebietes, werden die Brachflächen mit schwerem Gerät gemäht.

LIK Nord (Hüttenpark Neunkirchen)
LIK Nord (Hüttenpark Neunkirchen)
LIK Nord (Halde König)
LIK Nord (Halde König)

 

Was ist am Verständnis des Begriffs „Naturschutz“ so schwierig? Derartige Mäharbeiten auf Wiesenflächen, wo sich eigentlich die Natur entfalten soll, zerstören elementar wichtige Habitate vieler Tiere.
Kröten, Schlangen sowie viele andere Tiere, die nicht in der Lage sind, den Mähmaschinen rechtzeitig zu entkommen, werden damit getötet.
Der Schaden an der Insektenwelt ist sogar noch größer.  Lebensräume, die erst dadurch entstehen können, dass menschliche Eingriffe weitgehend vermieden werden, haben keine Chance, sich zu entfalten.  Die maschinelle Mahd ist eine der größten Bedrohungen für Tiere, die in Wiesenlandschaften leben.

Ich möchte das mal anhand von Schmetterlingen demonstrieren. Während die Falter zwar davon fliegen, wenn die Maschinen anrollen, haben deren Eier, Raupen und Puppen keine Chance.
Im Lebenszyklus eines Schmetterlings stellt der Lebensabschnitt als Imago, also als Falter, oft den kürzesten Zeitraum dar. Das sind zuweilen gerade mal 2 Wochen. Den Rest verbringt das Insekt sein Leben als Ei, Larve oder als Puppe. In keinem dieser Stadien ist es dem Insekt möglich, der tödlichen Gefahr durch Mähmaschinen zu entkommen.

Papilio machaon
Papilio machaon

 

Die Raupe des prächtigen Papilio machaon, besser unter dem Trivialnamen Schwalbenschwanz bekannt, lebt auf wilder Möhre, Dill und Fenchel, alles Wildkräuter, die auf naturbelassenen Magerwiesen vorkommen. Man braucht sich eigentlich gar nicht mehr die Frage zu stellen, warum dieser schöne Falter und viele andere Schmetterlinge nur noch selten zu erblicken sind…

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Lepidoptera Teil 4: Aufzucht von Lichtwaldfaltern

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Lichtwaldfalter werden die Schmetterlinge der Arten Limenitis camilla (Kleiner Eisvogel), Limenitis populi (Großer Eisvogel), Apatura iris (Großer Schillerfalter) und Apatura ilia (Kleiner Schillerfalter)  umgangssprachlich genannt.
Ihr typischer, weitgehend identischer Lebensraum, hat den Faltern diesen zusammenfassenden Namen  zugetragen. Sie  leben vorwiegend in lichten Laubwäldern, mit  Lichtungen, Sukzessionsflächen und Waldwegen. In unmittelbarer Nähe müssen sich die Raupenfutterpflanzen befinden und fast immer ein eher bescheidenes Fließgewässer. Es ist ein ganz bestimmtes Mikroklima, welches diese Schmetterlinge benötigen.

Apatura_ilia

 

Apatura_iris

 

Limenitis camilla
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Limenitis_populi.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Limenitis_populi.jpg

Es ist dementsprechend gar nicht so einfach, die Raupen dieser Schmetterlinge in einer geschützten Zucht aufzuziehen.
Die jungen L1- bzw. L2- Raupen besetzen fast ausschließlich ein Blatt der jeweiligen Futterpflanze, dass sie systematisch anfressen. Diese Systematik besitzt auch einen wichtigen Grund. Insbesondere die Limenitis- Arten bereiten das Blatt durch jenes spezielle Fraßmuster auf das zukünftige Winterquartier vor.  Man bezeichnet es als Hibernarium , welches einen gewissen Schutz vor Umwelteinflüssen und Fressfeinden während der Wintermonate bietet. Das Blatt wird durch dieses Fraßmuster und Spinnfäden zu einer Art Tüte, die zusätzlich mit weiteren Spinnfäden sehr stabil am Pflanzenstengel befestigt wird.

Limenitis_camilla_Sitzblatt

Während die Pflanze im Winter ihre Blätter verliert, bleibt das Hibernarium fest mit dem Zweig verwoben und fällt nicht ab. Es wird welken und sich dunkel verfärben, aber ansonsten mit seinem lebendigen Inhalt bis ins kommende Frühjahr Wind und Wetter trotzen.

Limenitis_camilla_Hibernarium

 

Die beiden Apatura- Arten verharren auch weitgehend auf ihrem Sitzblatt und diese zeigen auch ein charakteristisches Fraßbild, jedoch bauen die Raupen keine Hibernarien. Sie überwintern eng angelegt an Zweigen, meist in Astgabeln.

L1 Raupe Apatura iris

In einer Zucht ist es daher von entscheidender Wichtigkeit, dass diese Raupen auf lebenden Pflanzen gehalten werden. Blätter, die verwelken, können die notwendigen Vorbereitungen der Raupen auf den Winter empfindlich beeinträchtigen.

Salweide im Aerarium

Die Pflanze auf der Abbildung im Blumentopf ist eine kleine Salweide. Sie wird möglichst ohne andere Insekten im Aerarium platziert. Sie wird alle Blätter verlieren und in kommenden Frühjahr frische Triebe erzeugen. So kann gewährleistet werden, dass die überwinternden Raupen auch passgenau Futter finden und auch vor Fressfeinden geschützt sind.

Fast erwachsene Raupe von Apatura iris

 

Erwachsene Raupe von Limenitis camilla
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Lepidoptera Teil 3: Flugtag vom Kleinen Fuchs

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Der Kleine Fuchs, unter dem wissenschaftlichem Namen  Aglais urticae für Entomologen weltweit  bekannt, gehört glücklicherweise noch zu einer recht häufig anzutreffenden Schmetterlingsart in Mitteleuropa.
Das hat nicht zuletzt wegen der weit verbreiteten Raupenfutterpflanze, der Brennessel, zu tun und der Anpassungsfähigkeit des Falters. So fühlt sich der Schmetterling sowohl in lichten Wäldern, auf Wiesen, in Parks sowie in Gärten wohl, solange genügend Nektarpflanzen vorkommen.

Allerdings sind die zum Teil weit übertriebenen Ordnungsmaßnahmen der Menschen maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Populationen von Faltern massiv zurückgehen.
In diesem Fall wurden die Raupen schon in frühem Stadium (L1) aus Brennesseln entnommen, die am Wegrand eines Rad- und Wanderweges wuchsen. Es war zu erwarten, dass die Wegsäume wie in jedem Jahr zu extrem gemäht werden. Das geschah auch in der 1. Juniwoche.

Vermutlich wurden durch die Entnahme und die geschützte Aufzucht viele Falter vor dem Tod gerettet und das Ergebnis bestätigt sicher die Notwendigkeit dieser Handlung. Eigentlich sollten im Bewusstsein des voranschreitenden Insektensterbens die Behörden erkannt haben, dass das Anlegen von subventionierten Blumenwiesen nicht viel bewirkt, wenn die Larvalhabitate in der Umgebung zerstört werden.

Dieses kleine Video soll möglichst viele Leute motivieren, ihre Gärten naturnah zu gestalten und nicht übermäßigen Ordnungssinn bei der Pflege ihrer Aussenanlagen an den Tag zu legen. Wer Schmetterlinge mag, muss auch Raupen mögen…

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Lepidoptera Teil 2: Jakobskrautbär

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Dieser auffällige tagaktive Nachtfalter gehört zur Familie der Bärenspinner. Er wird auch Blutbär genannt. Sein wissenschaftlicher Name lautet Tyria jacobaeae.

 

 

 

 

 

Der Schmetterling gehört inzwischen auch schon zu den gefährdeten Arten und wird in manchen Bundesländern auf der Roten Liste geführt.

Es ist anzunehmen, da sein Vorkommen stark an die Verbreitung der Raupenfutterpflanze Jakobskreuzkraut gekoppelt ist, dass die Beseitigung der giftigen Pflanze  entscheidend zum Rückgang der Art beiträgt.

Die Pflanzen sind in der Landwirtschaft und Viehzucht berüchtigt, da sie sogar im Heu als Futter für Tiere  getrocknet noch gefährlich sind.   In der Agrarwirtschaft werden dagegen Herbizite eingesetzt,  vorwiegend das berüchtigte Glyphosat, was die Raupenr letzendlich auch tötet.

Die Raupen des Jakobskrautbärs sind gelb und schwarz geringelt und eigentlich ziemlich auffällig., allerdings weniger auf der gelbblühenden  Futterpflanze. Die Färbung hält Fressfeinde fern.

Eigentlich wären die Raupen des Jakobskrautbären die effektivste biologische Waffe gegen das giftige Jakobskreuzkraut, da sie gesellig eine Pflanze kahl fressen. Bei der inzwischen sehr gering gewordenen Populationsdichte ist diese Methode allerdings sehr marginal erfolgreich.

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Lepidoptera Teil 1: Langhornmotte

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Unter den Schmetterlingen ist die Langhornmotte eher ein unscheinbarer Winzling. Dennoch besitzt sie ein Merkmal, was sie ganz in gewisser Weise fazinierend erscheinen lässt.

Es sind die im Verhältnis zum Insekt sehr langen Fühler.

 

 

 

 

 

Diese können durchaus schon bei manchen Exemplaren die 3 bis 4fache Länge des eigentlichen Körpers erreichen. Die Abbildung zeigt die Art Nemophora degeerella.

 

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Schmetterlingszuchtsets

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Wenn man diesen Begriff in eine Suchmaschine seiner Wahl eingibt, werden etliche kommerzielle Angebote aufgelistet. Dass mit lebenden Tieren Handel betrieben wird, ist definitiv keine neue Erkenntnis. Dass aber speziell Kindergärten und Schulen als Kunden akquiriert werden, ist in diesem Fall schon ziemlich skurril.

Vorwiegend werden Raupen der Schmetterlingsart Vanessa cardui verwendet, auch als Distelfalter bekannt. Problematisch daran ist, dass dieser Schmetterling ein ausgesprochen typischer Wanderfalter ist, der in seinem Lebenszyklus je nach Generation weite Strecken zurücklegt. Nicht selten wandern die ausdauernden Flieger von Afrika über die Alpen bis nach Skandinanvien (in mindestens 2. Generationen).

Die Raupen jener Generation, die in Mitteleuropa Station macht, findet man gelegentlich an deren Futterpflanzen (Disteln, Brennesseln, sogar Soja oder Schafgarbe werden angenommen). Es ist jedoch quasi unmöglich, Raupen in großer Zahl und gezielt für den Versand an Kunden aus der Natur zu entnehmen. Es liegt also die Befürchtung nahe, dass die Vertreiber von solchen Zuchtssets in recht großem Stil die Falter in Gefangenschaft halten, um diese Angebot gewährleisten zu können.

Diese Tiere müssen demnach in ausreichend großer Zahl in dafür definitiv zu kleinen Zuchtanlagen gehalten werden.   Anfragen hierzu an einige Lieferanten blieben unbeantwortet…


Mit diesem Schmetterlings-Zucht-Set wird das Naturerlebnis zum AHA-Erlebnis. Züchten Sie mit Ihrer Kindergarten-Gruppe oder Schulklasse aus kleinen Raupen wunderschöne Schmetterlinge (Distelfalter)! Sie können die spannende Entwicklung des hier einheimischen Distelfalters aus den Raupen hautnah beobachten. Dies ist in der Natur so kaum möglich – ein AHA-Erlebnis der besonderen Art! Die Zucht ist einfach und unkompliziert und die Kinder werden begeistert sein! Das Zucht-Set enthält alles, was Sie zur Zucht benötigen. und außerdem noch viel tolles Zubehör!

Quelle: Hagemann

Von „Naturerlebnis“ kann nicht die Rede sein. Die Raupen leben in einem Behältnis, welches mit einer merkwürdigen Nahrungspaste bedeckt ist. In der Natur spinnen sich die Raupen zwischen Blättern lose ein. Das kann nicht gewährleistet werden unter diesen Umständen.
Als Pädagoge sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob diese Art einer naturfremden Aufzucht tatsächlich einen Sinn ergibt. Und nicht zuletzt ist es auch für die Tiere nicht die natürliche Umgebung.
Raupen wollen im Prinzip nur fressen, aber dennoch sollte man bei der Zucht darauf achten, dass die Erfordernisse auf die Tiere abgestimmt sind.

Alternativ kann man sich an Schmetterlingsfreunde und Hobby- Entomologen wenden, die in der Regel gerne unterstützend tätig sind.

 

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Mein ganz persönlicher #FridayForFuture

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Bereits bis ich an diesem verregneten Freitagmorgen am Arbeitsplatz meinen PC hochfahre, habe ich einen schlechteren ökologischen Fußabdruck hinterlassen als das ganze Volk der Yanomami im brasilianischen Regenwald am ganzen Tag.

Ich bin nicht in der Lage, festzustellen, ob in meiner Zahnpasta Mikroplastik enthalten ist, das nicht gut für mich selbst ist und später in den Ozeanen landet. Immerhin entsorge ich die Tube aus meiner naiven Sicht fachgerecht im „gelben Sack“. Wo dieser Müll dann später tatsächlich landet, interessiert mich in diesem Moment kaum, da vertraue ich auf unser funktionierendes Entsorgungssystem.

Unter der Dusche drehe ich auch stets das Wasser ab, während ich mich einschäume. Immerhin gibt mir das ein befreiendes Gefühl, Ressourcen geschont zu haben. Die Schaumbrühe fließt durch den Gulli ab und kommt irgendwann in der kommunalen Kläranlage an.

Ich überspringe jetzt einige beiläufige, aber routinemäßige Schritte auf dem Weg in den Arbeitsalltag und weiß spätestens seit der Dieselaffäre, dass ich mit meinem subventionierten Firmenwagen ein echter Umweltverbrecher bin.

Dabei lebe ich tatsächlich gewissenhaft nach dem Prinzip, dass ich so ressourcenschonend und nach eigenen Ansprüchen so umweltfreundlich wie möglich meinen Tagesablauf gestalte. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass es mit trotz größter Mühe nicht gelingen will und auch nicht kann.

Vermutlich geht es vielen Menschen so, denen bewusst geworden ist, dass dieser Planet für nicht absehbare Zeit der einzige bleiben wird und wir ihn deswegen eigentlich pflegen und schonen müssten…

Plötzlich zeigt eine 16jährige Göre den Weltenlenkern ihr Versagen bei der Klimapolitik auf, indem sie trotzig die Schule schwänzt und sich beharrlich vor dem schwedischen Parlament mit einem entsprechenden Plakat positioniert. Die Schwedin Greta Thunberg wird mit dieser eher lapidaren Aktion weltberühmt und ausgerechnet die modere Jugend folgt ihr beim zivilen Ungehorsam anstatt lethargisch in ihrer so bequemen Konsumwelt zu verharren.

Kritiker sind schnell zur Stelle. Die Schulpflicht ist plötzlich so wichtig, dass die Diskussion über Feinstaubbelastungen oder das weltweite Artensterben völlig in den Hintergrund rücken. Selbstverständlich sollen unsere Kinder etwas in der Schule lernen, wenn denn gerade mal keine Unterrichtsstunden wegen Lehrermangel ausfallen. Und man muss auch nicht die Schule schwänzen, um gegen die immer wieder verfehlten Klimaziele zu demonstrieren…

Hätten die politischen Verantwortlichen dann überhaupt von den Demonstranten Notiz genommen, wenn sie brav am Wochenende in ihrer Freizeit mit Transparenten in irgendeiner Fußgängerzone für ihre Zukunft protestieren würden?

Man wirft den vorwiegend jugendlichen Klimaaktivisten vor, dass sie selbst gar nicht so umweltfreundlich leben wie sie es vom Rest der Welt einfordern. Das mag sogar in vielen Fällen zutreffen, wobei ich allerdings wieder am Anfang dieses Textes ankomme, wo ich mich ziemlich hilflos fühle, klimafreundlich und umweltschonend den Tag beginnen zu wollen.

Wir befinden uns in einer immer schneller drehenden Spirale einer Konsumgesellschaft, die auf ihre eigene Vernichtung hinarbeitet. Freilich kann jeder an der Verbesserung des eigenen ökologischen Fußabdrucks arbeiten. Dennoch sind in hochtechnisierten Ländern wie Deutschland die Grenzen dieses Vorhabens schnell erreicht.

Unweigerlich muss man erkennen, dass Massentierhaltung, Energiegewinnung, Umweltzerstörung, Mobilität und viele weitere Aspekte, welche den Menschen Wohlstand und endlosen, immer verfügbaren Konsum garantieren, die Ursachen für dieses globale Dilemma darstellen.

Sind wirklich die Schulschwänzer unser größtes Problem? Sollten nicht endlich die Politiker und Konzernchefs ihre Hausaufgaben machen? Vermutlich haben genau jene verantwortlichen Personen für das Klima- und Umweltdesaster nie den Unterricht versäumt. Aber haben sie wirklich was dabei gelernt?

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Illegale Migration gibt es nicht (mehr)!

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Seit am 1. Dezember 2018 der UN- Migrationspakt von 164 der 192 Mitgliedsstaaten in  Marrakesch angenommen wurde, beginnt im Prinzip die Analyse, ob das unverbindliche Regelwerk funktioniert oder eben nicht.

Eher selten erlebt man solche kritischen Momente in den öffentlich- rechtlichen Medien, wenn der UN- Migrationspakt thematisiert wurde.

Quelle: Tagesschau.de

Was der Namensvetter der deutschen Bundeskanzlerin analysiert, klingt längst nicht so euphorisch, wie es von Politik und Medienlandschaft vorwiegend kolportiert wurde.

Zudem nutzte Merkel ihre Rede auf der UN-Konferenz, um dafür zu werben, Marokko als sicheres Herkunftsland einzustufen. Marokko sei im vergangenen Jahr Herkunftsland von sehr vielen illegalen Migranten gewesen.

Darf man also davon ausgehen, dass von nun an keine Migranten mehr die Grenzzäune der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla überwinden werden? Denn im Prinzip müssen sie das ja eigentlich nicht mehr.

Ist davon auszugehen, dass künftig keine Boote mit Flüchtlingen und Migranten die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa wagen müssen?

Ob Spekulation oder Prophezeiung, wenn Migranten dennoch illegale Möglichkeiten zur Einreise in die Europäische Union wählen, darf man an der Wirkung des Pamphlets Zweifel anmelden. Sicherlich finden auch die Befürworter des Paktes dann auch entsprechend plausible Ausreden…

 
„Wir verpflichten uns, sicherzustellen, dass alle Migranten ungeachtet ihres Migrationsstatus ihre Menschenrechte durch einen sicheren Zugang zu Grundleistungen wahrnehmen können. Wir verpflichten uns ferner zur Stärkung von Leistungserbringungssystemen, die Migranten einschließen, ungeachtet dessen, dass Staatsangehörige und reguläre Migranten möglicherweise Anspruch auf umfassendere Leistungen haben; dabei ist sicherzustellen, dass jede unterschiedliche Behandlung auf dem Gesetz beruht, verhältnismäßig ist und einen rechtmäßigen Zweck verfolgt, im Einklang mit den internationalen Menschenrechtsnormen.“

Quelle:
Punkt 31: „Gewährleistung des Zugangs von Migranten zu Grundleistungen“ aus UN- Migrationspakt

Marokko ist ein sogenanntes Transitland für Migranten, aber auch selbst Herkunftsland. Dem Land, welches Ausrichter dieser UN- Veranstaltung war, kommt demnach besondere Bedeutung zu. Das wirft Fragen auf, davon ausgehend, dass Marokko selbst den Pakt gebilligt hat. Einige Zahlen lassen daran zweifeln, dass Marokko den Standards des UN- Migrationspaktes weder folgen kann noch folgen will:

Laut Genfer Weltwirtschaftsforum rangiert Marokko bei den Frauenrechten auf Platz 133 von 142. Das marokkanische Strafgesetz Artikel 489 bedroht gleichgeschlechtliche Handlungen – unabhängig vom Geschlecht der Personen – mit einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten bis zu drei Jahren und Geldbuße.
Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Marokko Platz 133 von 180 Ländern.
Amnesty International sieht die Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit im Zusammenhang mit der staatlichen Sicherheit stark eingeschränkt. Die Regierung reagiert teilweise sehr intolerant auf Meinungen oder Informationen, die als Angriff auf die Monarchie gewertet werden.

Gegenüber Deutschland hat das nordafrikanische Land noch erheblichen Nachholbedarf, wohingegen es noch viele Länder gibt, deren Standards deutlich schlechter zu beschreiben sind, aber kurioserweise lautlos den UN- Migrationspakt mittragen. Es sind neben wirtschaftlichen Gründen insbesondere jene schlechten Standards, die Menschen zur Migration bewegen. Und dennoch haben diese Staaten unverhohlen dieses Abkommen angenommen. So gesehen, waren jene Länder, die das Abkommen ablehnten, immerhin ehrlicher. Man wird sich alsbald an die Unverbindlichkeit desselben erinnern, wenn der Migrationspakt seine erwünschten Ergebnisse verfehlen wird…

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Der kritische Blick auf Politik und Zeitgeschehen