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Insektensterben geht ungebremst weiter!

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Nach Bekanntwerden der sogenannten „Krefelder Studie“, welche ein dramatisches Insektensterben attestierte, folgten die üblichen Lippenbekenntnisse aus diversen Politikermünderrn. Millionen Euro wurden vom Bundesumweltministerium zur Verfügung gestellt, um weitgehend unzureichende Maßnahmen gegen das Artensterben zu finanzieren. Der übliche Aktionismus eben…
Da werden mit viel Aufwand Blühwiesen angelegt, die im Herbst gemäht oder gar umgepfügt werden, was letztendlich dem Sinn der Sache widerspricht.  Und selbst die verwendeteten Samenmischungen erfüllen in vielen Fällen nicht den eigentlichen Zweck. Zudem ist es essentiell, dass der Artenschutz alle Zyklen von Insekten berücksichtigt. Das Mähen solcher Flächen bringt für die meisten Insekten den sicheren Tod…

LIK- Nord Nauturschutzgebiet bei Neunkirchen/Saar wurde 2019 aus Versehen abgemäht.

Ohnehin wird zu oft und zu viel gemäht. Damit sind ausnahmsweise mal nicht die Landwirte gemeint. Kommunen und Landesbetriebe für Straßenbau ereifern sich in viel zu hohem Maße an jenen Pflegemaßnahmen, die jegliche Natur in allzu enge Schranken verweisen.

Blühwiese auf Magerwiesen- Basis mit Bio- Samenmischung.
Natürliche Magerwiese als Insel auf Rasenfläche.

Aber auch die Gärten der Nation werden zunehmend von Schotter und Kies dominiert. Wer jedoch glaubt, ein stets auf Bordsteinkante gemähter Rasen wäre insektenfreundlicher als ein Schottergarten, belügt sich nur selbst. Es soll jedem selbst überlassen sein, in welcher Ästheitik das eigene Grundstück erstrahlt.   Man soll dann aber auch eingestehen, dass man gegen das Insektensterben eigentlich nichts unternimmt.

Die Argumentation mit dem Aufwand, einen Naturgarten zu pflegen, ist hinfällig. Blumenwiesen, idealerweise auf Basis einer Magerwiese, sind extrem pflegeleicht und weniger arbeitsintensiv als ein Rasen der halben Größe.

Und so häßlich sind naturbelassene Wiesen sicherlich nicht. Nützlich für den Artenreichtum sind sie allemal und im Prinzip gar nicht so unerheblich als Baustein in einem wirksamen Konzept gegen das Arten- bzw. speziell gegen das Insektensterben.

Die konventionelle Agrarwirtschaft mit ihren Pestitiziden, die nicht nur Insekten vergiften, wird immer noch höher subventioniert als der Erhalt unserer eigentlichen Lebengrundlage, der Natur. Das ist mindestens schizophren…

Dazu kommt eine stetige Flächenversiegelung für Baumaßnahmen, die definitiv nicht alle notwendig wären. Besonders skurill klingen hierbei die oft getätigten Aussagen, dass man Ausgleichsflächen anlegen würde. Doch woher nimmt man wohl jene Ausgleichsflächen und wie werden sie angelegt?

Im Filmbeitrag sieht man eine typische Mähaktion des kommunalen Bauhofes. Fahrbahnränder werden zur Unzeit unsinnigerweise und oft viel zu breit abgemäht.  Diese Wegsäume entlang von Feld- und Waldwegen sind enorm wichtige Habitate für Insekten.  Raupen vieler schöner Schmetterlingsarten, die  hier lebten, wurden ohne Sinn und Verstand getötet.

Raupen des Kleinen Fuchses (Aglais urticae) wurden durch die Mäharbeiten zu Hunderten getötet.

Einfach mal die Natur in Ruhe lassen, wäre schon mal ein kostensparender Ansatz. Wann werden die verantwortlichen Politiker und Behördenmitarbeiter endlich begreifen, dass Insektenschutz bereits im kleinen Umfeld große Bedeutung besitzt?

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Lepidoptera Teil 3: Flugtag vom Kleinen Fuchs

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Der Kleine Fuchs, unter dem wissenschaftlichem Namen  Aglais urticae für Entomologen weltweit  bekannt, gehört glücklicherweise noch zu einer recht häufig anzutreffenden Schmetterlingsart in Mitteleuropa.
Das hat nicht zuletzt wegen der weit verbreiteten Raupenfutterpflanze, der Brennessel, zu tun und der Anpassungsfähigkeit des Falters. So fühlt sich der Schmetterling sowohl in lichten Wäldern, auf Wiesen, in Parks sowie in Gärten wohl, solange genügend Nektarpflanzen vorkommen.

Allerdings sind die zum Teil weit übertriebenen Ordnungsmaßnahmen der Menschen maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Populationen von Faltern massiv zurückgehen.
In diesem Fall wurden die Raupen schon in frühem Stadium (L1) aus Brennesseln entnommen, die am Wegrand eines Rad- und Wanderweges wuchsen. Es war zu erwarten, dass die Wegsäume wie in jedem Jahr zu extrem gemäht werden. Das geschah auch in der 1. Juniwoche.

Vermutlich wurden durch die Entnahme und die geschützte Aufzucht viele Falter vor dem Tod gerettet und das Ergebnis bestätigt sicher die Notwendigkeit dieser Handlung. Eigentlich sollten im Bewusstsein des voranschreitenden Insektensterbens die Behörden erkannt haben, dass das Anlegen von subventionierten Blumenwiesen nicht viel bewirkt, wenn die Larvalhabitate in der Umgebung zerstört werden.

Dieses kleine Video soll möglichst viele Leute motivieren, ihre Gärten naturnah zu gestalten und nicht übermäßigen Ordnungssinn bei der Pflege ihrer Aussenanlagen an den Tag zu legen. Wer Schmetterlinge mag, muss auch Raupen mögen…

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