Archiv der Kategorie: Butterflies

Schmetterlinge

Warum sieht man so viele Brennesselfalter?

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Als sogenannte Brennesselfalter bezeichnet man die Arten

Aglais urticae (Kleiner Fuchs)

Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Aglais io (Tagpfauenauge)

Aglais io (Tagpfauenauge)

Vanessa atalanta (Admiral)

Vanessa atalanta (Admiral)

Araschnia levana (Landkärtchen)

Araschnia levana (Landkärtchen)

Die Raupen dieser Arten leben fast ausschließlich auf Brennesseln. Ihr Vorkommen und die Häufigkeit hängt neben anderen Umständen maßgeblich von der Existenz der Futterpfanzen in der Umgebung ab.

Im Sommer 2021 scheinen diese Falter recht häufig aufzutreten. Zumindest kann man anhand von Beobachtungen vieler Schmetterlingsfreunde dies daraus schließen. Selbst kann ich das aus meinem direkten Beobachtungsbereich (eigener Garten im nördlichen Saarland) absolut bestätigen. Lediglich das Landkärtchen hat sich zumindest hier noch nicht blicken lassen.

Immerhin ist es toll, wenn man diese farbenprächtigen Falter so häufig erblicken kann, zumal sie auch noch recht standorttreu sind.

Doch weshalb sind ausgerechnet diese Falter in diesem Sommer so überproportional präsent? (Im Vergleich zu den 70er oder 80er Jahren ist das allerdings nicht zu betrachten. Da war das völlig normal.)

Wie bekannt ist, spielen etliche Faktoren eine Rolle hierfür. Die Wetterbedingungen sind essentiell. So machte der extrem regenreiche Mai in unserer Region den Raupen keine großen Probleme, wo hingegen andere Arten dadurch weniger häufig auftraten.  Die Witterungsbedingungen haben also großen Einfluss auf die jeweiligen Entwicklungsstadien. Falter, die vorwiegend im Mai fliegen, traf es diesmal hart. Raupen hingegen hatten aus dem gleichen Grund mehr Schutz vor fliegenden Parasiten wie Raupenfliegen oder Schlupfwespen. Diese bevorzugen eben auch trockene Flugtage.
Zudem gedeihten die Raupenfutterpflanzen ziemlich gut. Die Brennesseln in der hinteren Ecke im Garten schossen auf Höhen jenseits eines Meters. Auch im Weggraben am nahegelegenen Rad- und Wanderweg gedeihten die Pflanzen prächtig.

Mitunter entscheidend jedoch für die hohe Populationsdichte war meiner Einschätzung und Beobachtung nach, auch dass durch den verregneten Mai die kommualen Mähtrupps der Bauhöfe deutlich später unterwegs waren. Erst gegen Ende Juni wurden zum ersten Mal die Wegränder wegrasiert. Die Raupen waren zu diesem Zeitpunkt weitgehend verpuppt. Sie konnten in größeren Mengen als üblich den Tötungsmaschinen entgehen, zumindest jene, die sich nicht innerhalb der Weggräben einen Platz zum Verpuppen suchten.

Ja, ich bin mir absolut sicher, dass die Mahd eine elementare Auswirkung auf Insektenpopulationen besitzt und man dies am Vorkommen der genannten Schmetterlingsarten sehr gut feststellen kann.

Dass andere Einflüsse wie Pestizide auf benachbarten Agarflächen oder Flächenversiegelung generell noch extremer Einfluss auf die Bestände von Insekten ausüben, steht außer Frage.

Ich habe 15 Raupen von Vanessa atalanta einsammeln können, bevor dann doch die Mähaktionen einsetzten. Diese Art verpuppt sich vorwiegend an der Futterpflanze selbst. Aus 5 Puppen bzw Raupen  schlüpften unterschiedliche Schlupfwespenarten. Das ist eigentlich noch ein guter Schnitt. Zählt man die Raupen dazu, die von anderen Fressfeinden in der Regel erbeutet werden, darf man von einer Rate von etwa 2% ausgehen, wie viele Eier es schaffen, Schmetterling zu werden. Also von 100 Eiern, die ein weiblicher Falter legt, werden 2 Nachkommen das Falterdasein erreichen. Wenn es drei oder gar vier sind, ist das eine glückliche Begebenheit.

Wenn man jetzt die menschlichen Einflüsse, wie zuvor erwähnt hinzunimmt, kann man sich erklären, weshalb die Biomasse an Insekten so dramatisch einbricht. Ein Ende ist nicht in Sicht…

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Schon wieder eine Rettungsaktion (Blutbär)

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Stillgelegte Eisenbahntrassen werden oft zu Radwegen umfunktioniert. Eigentlich ist das eine tolle Sache. Auch ist es erforderlich, dass diese Wege nicht zuwuchern. Der Randbewuchs wird daher recht regelmäßig geschnitten und gemäht. Aber nicht selten werden diese Maßnahmen zu massiv in die Fläche betrieben, vermutlich um zu häufige Einsätze vermeiden zu können.

Für viele Schmetterlingsarten wurden diese Radwege zu neuen Lebensräumen. So konnte ich im Vorbeifahren an einigen Jakobskreuzkraut- Pflanzen die Raupen des gleichnamigen Jakobskrautbären entdecken. Das ist recht leicht, denn sie sehen aus wie Ringelsocken (Stutzen) von Borussia Dortmund, gelb- schwarz im Wechsel auf den Segmenten.

Die Raupe von Tyria jacobaeae ist giftig für viele potentielle Fressfeinde, weil sie eben die Giftstoffe der Pflanze aufnimmt. Das Jakobskreuzkraut selbst kann für Weidevieh tödlich sein, wenn es bei der Ernte ins Heu gerät. Pferde, Kühe oder Schafe würden beim Frischfutter von den in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffen abgeschreckt werden, die aber im getrockneten Zustand nicht mehr enthalten sind.
Die Pflanze wird daher massiv von Landwirten und Viehzüchtern bekämpft, wenngleich durch Mähaktionen erhebliche Kollateralschäden entstehen und die Verbreitung der Pflanze sogar eher begünstigt wird.

Es gibt inzwischen sogar erfolgversprechende Ansätze, mit dem Jakobskrautbär das gefürchtete Gewächs biologisch zu bekämpfen.
https://blutbaer.de/

Der hübsche kleine Schmetterling wird auch Blutbär oder Karminbär genannt. Der Nachtfalter, der auch tagaktiv ist, wird leider immer seltener. Das hat vorwiegend mit der Zerstörung seiner Lebensräume zu tun, trockene, sonnige Wiesenhabitate mit dem Vorkommen der Raupenfutterpflanze und Nähe zu Waldrändern. Also ehemalige Eisenbahntrassen sind quasi ideal für das Tier. Man muss dem Schmetterling und seiner Raupe nur diesen Lebensraum lassen. Vorsorglich habe ich die Raupen, die an Pflanzen waren, die sehr nah am Wegrand wuchsen, eingesammelt. Die Gefahr, dass sie der nächsten Mähaktion zum Opfer fallen würden, ist ständig gegeben.

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Tierarzt für Schmetterling?

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Darf man so etwas überhaupt tun?

Wer sich nun darüber aufregt, sollte zunächst einmal gegen jede Form von Tierquälerei vorgehen und auch Tierversuche unterbinden. Denn tatsächlich hat das Tier in diesem Fall ein Stück Lebensqualität zurückerlangt. Und wer mit Hund, Katze, Maus zum Tierarzt geht, will ja im Grunde auch die Lebensqualität seines Haustieres verbessern.

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Alle Jahre wieder…

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…kommt der kommunale Bautrupp der Gemeinde und mäht nach Dienstplan und Vorschrift die Wegränder und noch vieles mehr.

In diesem Jahr waren sie wegen des verregneten Mai etwas früher da, weil eben die Vegetation dadurch in kurzer Zeit sehr hoch gewachsen ist. Glück für so manches Räupchen war diesmal bei uns neben dem Rad- und Wanderweg, der hier den Ort hinaus führt, der Umstand, dass nicht so radikal der Wildwuchs im Weggraben abgemäht wurde. Auch der frühe Zeitpunkt der Mahd kam zumindest den sogenannten Brennesselfaltern etwas entgegen.

Da ich allerdings jeder Zeit mit einer neuen Mähaktion des Bautrupps rechnen muss, habe ich das Stück Wegrand mal unter die „Lupe“ genommen. Recht schnell konnte ich ein Raupennest von Aglais urticae entdecken. Das sind meist Gespinste an der Spitze der Pflanzen. Ein Kleiner Fuchs hockte zudem recht verdächtig an einem Brennesselblatt. Den habe ich dann vorerst mal in Ruhe gelassen…

Zwischenzeitlich habe ich gezielt nach speziell gefalteten Brennesselblättern Ausschau gehalten. In knapp einer Stunde konnte ich 8 entsprechende „Tüten“ finden. Oft befinden sich in zusammengefalteten Brennesselblättern auch Raupen des Brennesselzünslers oder Spinnen. Doch wenn man genau hinschaut, sind die Blätter, worin sich eine Vanessa atalanta– Raupe eingesponnen hat, quasi immer an der Mittelrippe eingeschlagen, dass die beiden Blattränder aufeinander treffen und zusammengesponnen sind. In der Regel ist das ein sicheres Zeichen auf eine Admiral- Raupe, aber manchmal sind sie auch schon ausgezogen. Gegen Ende Juni bis Anfang Juli stehen die Chancen zumindest in unserer Region (nördliches Saarland) nicht schlecht, fündig zu werden. Und meine Finger schmerzen hinterher auch immer wegen der Nesseln, weil ich wie meistens natürlich entsprechende Handschuhe vergessen habe.

Eine der Raupen fühlte sich dadurch so sehr gestört, dass sie sich eine neue Behausung sucht.
Zum Schluss habe ich dann nochmal nachgesehen, wo der Kleine Fuchs so konzentriert an einem Blatt gesessen hat. Tatsächlich hat das Tier dort seine Eier abgelegt.

Glück für mich und auch für die Eier und Raupen, dass meine kleine Inspektion so erfogreich verlief. Wieder kommen neue Gäste in meinen naturnahen Garten hinzu. Ich freue mich schon jetzt riesig auf die tollen Falter, die demnächst zusätzlich die Blumen in unserem Garten bevölkern werden, anstatt den Tod durch Mähmaschinen erleiden zu müssen.

Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

 

Admiral (Vanessa atalanta)
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Nierenfleck- Zipfelfalter in der neuen Heimat

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Um es vorwegzunehmen, es gab heftige Kritik wegen Faunenverfälschung. Diese Kritik nehme ich als solche an, habe aber sorgfältig überlegt und entschieden, diese Migranten bei mir aufzunehmen.

Die wissenschaftliche Definition für Faunenverfälschung lautet folgendermaßen:

Veränderung des Artenbestands in einem bestimmten Gebiet durch Einführung oder Einbürgerung einer oder mehrerer fremder Arten. Da die neue(n) Art(en) ursprünglich nicht in dem Gebiet vorkam(en), kann es zu einer Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts kommen und eventuell zu einer Dezimierung oder Ausrottung einer oder mehrerer dort ursprünglich lebender Tier- und/oder Pflanzenarten.

Quelle: https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/faunenverfaelschung/23856

Nach dieser Definition fand keine Faunenverfälschung statt, da die Art Thecla betulae hier im neuen Habitat vorkommt und auch nachgewiesen wurde.

Der nächste Vorwurf war dann die mögliche Vermischung des Gen- Pools. Die Falter aus der Schweiz besitzen einen anderen Gen- Pool als die hier heimischen Artgenossen im Saarland.
In der Wissenschaft sind sich die Forscher nicht einig, ob Veränderungen im Gen- Pool vorteilhaft oder nachteilhaft sein können. Es gibt Beispiele in beide Richtungen.
In Zeiten des rasanten Klimawandels, der massiven Flächenversiegelung und dem starken Einsatz von Pestiziden klingt der Vorwurf jedoch dürftig. Denn das elementarste Problem ist der extreme Artenschwund.

Mohrenfalter durch Klimawandel bedroht

Hier ging es ursprünglich um Eier des Nierenfleck- Zipfelfalters, die durch Heckenschnitt des ursprünglichen Habitats unweigerlich dem Tode geweiht waren. Sie wurden von einem engagierten Schmetterlingsfreund eingesammelt, zu mir versendet und hier bis zum Schlupf der Falter kontrolliert gezüchtet.
Die eigentlich recht häufige Art kommt im neuen Habitat zwar vor, aber mit der Zeit wegen der genannten Einflüsse immer weniger. Entscheidend ist primär, dass die Schlehenhecken im neuen Habitat auf absehbare Zeit keinem Kahlschlag zum Opfer fallen werden.

Ob der frühe Schlupf der Falter ab etwa Mitte Juni einen Einfluss auf die Reproduktion der Art haben wird, kann ich nicht beurteilen. Die Raupen sind typischerweise mit Austrieb der ersten Blätter und Knospen geschlüpft, also im Prinzip nicht außergewöhnlich. Ungewöhnlich hohe Temperaturen im Februar und ein Kälteeinbruch im April haben sich merklich auf Flora und Fauna ausgewirkt.

Bei aller Kritik steht für mich die Rettung einiger Schmetterlinge im Vordergrund. So werde ich auch weiterhin versuchen, Raupen einzusammeln, wo eine Mahd ihren sicheren Tod bedeuten würde. Und ich werde versuchen, dass mein Garten für viele Schmetterlinge ein Zuhause bietet. Ich erfreue mich jedes Mal, wenn einer dieser Nierenfleck- Zipfelfalter hoch oben in der Schlehenhecke auf mich hinunterblickt.

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The same procedure as every year…

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Schon seit Jahren haben die politisch Verantwortlichen versprochen, etwas gegen das Insektensterben zu unternehmen. Nicht erst die Krefelder Studie musste den letzten Realitätsverweigerern die Augen öffnen. Schließlich geht es inzwischen nicht mehr allein um Insekten, deren Existenz man ohnehin eher als überflüssig angesehen hatte. Es geht inzwischen auch um die Erhaltung von Nahrungsketten, was auch die Menschheit betrifft.

Geschehen ist bisher wenig bis eigentlich gar nichts.  Ein Verbot von Pestiziden begrenzt sich weitgehend auf Glyphosat, welches erst 2024 endgültig vom Markt genommen werden soll.  Aber das Gift, das tonnenweise in der Umwelt versprüht wird, ist nur ein Aspekt von vielen. Zu diesen Aspekten gehört auch das eher banale Rasenmähen, was zuweilen volkssportähnliche Züge angenommen hat.


Milliarden Insekten werden durch das Mähen von Wiesen auf einen Schlag getötet. Selbstverständlich müssen die Landwirte ihre Wiesen mähen, um Futter für das Vieh im Winter zu haben. Jedoch die Art und Weise, wie das geschieht, könnte ökologischer geschehen. Man sollte nicht die gesamte Fläche auf einen Schlag abmähen, sondern eben in mehreren Teilabschnitten. Auch die Intervalle von 3 bis 4 Mahden zwischen Mai und Oktober lassen keinerlei Erholung für die dort lebenden Organismen mehr zu. Außerdem wird mit modernen Mähmaschinen das Gras viel zu kurz abgeschnitten, oft sogar so bodennah, dass sogar der Staub vom Untergrund aufgewirbelt wird. Selbst wenn sich ein Räupchen oder ein Käfer noch vor dem Messer zu Boden fallen lassen konnte, war diese Flucht umsonst.

Noch schlimmer sind Mähaktionen, die vollkommen überflüssig sind.

Fahrbahnränder werden jedes Jahr mehrmals ebenfalls auf Bordsteinkante abgemäht. Für die Verkehrssicherheit würde sicherlich ein Meter ab Fahrbahnrand genügen. Ein Leitpfosten ist 1,10m hoch. Man kann daran leicht abschätzen, wie weit ins Gelände unnötigerweise gemäht wurde.

Überall sind sie unterwegs, die Trupps von den kommunalen Bauhöfen in ihren orangeroten Fahrzeugen.

 

Die Mahd von Wegrändern oder kommunalem Gelände scheint fester Bestandteil der Dienstpläne zu sein. Hier müssten eigentlich unverzüglich im Sinne der Artenvielfalt diese Maßnahmen neu organisiert und auf eine ökologisch sinnvolle Grundlage gestellt werden.
Wie will man hochgesteckte Klimaziele erreichen, wenn es nicht einmal gelingt, recht einfache Maßnahmen umzusetzen, welche nicht einmal auf Gegenwehr mächtiger Lobbyorganisationen stoßen würden?
Jedes Jahr das gleiche Spiel und eine Ende ist nicht in Sicht…

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Eichenprozessionsspinner – das Horrorinsekt der Kulturlandschaft

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Neulich habe ich im Garten eine Raupe vom Eichenprozessionsspinner gefunden.

Thaumetopoea processionea, wie das Tier mit wissenschaftlichem Namen genannt wird, ist berüchtigt und gefürchtet. Die Haare der Raupen führen teilweise zu heftigen allergischen Reaktionen.
Sie bilden regelrechte Raupennester an den Stämmen von Eichen, der Futterpflanze dieser Raupen. In den Gespinsten sind die Haare eingesponnen und die allergische Wirkung hält über Wochen und Monate an.  Zu Recht sollte man Kontakt zu den Gespinsten und den Haaren meiden.

Warum aber freut es mich, eine solche Raupe im eigenen Garten entdeckt zu haben?

Natürlich habe ich die Eiche, die an unser Grundstück grenzt, gründlich untersucht. Ich konnte kein Raupennest feststellen. Es handelt sich also um einen Einzelfund, was bei dieser Art doch eher erstaunlich ist. Sie leben gesellig in ihren Gespinsten oder wandern in einer Reihe dicht an dicht hintereinander, wenn sie auf Nahrungssuche gehen. Das hat ihnen auch den eigentümlichen Trivalnamen eingebracht.

Die Raupe wurde demnach vom Wind hergetragen, sodass die eigentliche Gefahrenstelle woanders zu verorten sein muss. Eine andere Möglichkeit wäre noch, dass ein noch halbwegs intaktes Ökosystem dafür gesorgt hat, dass die Massenausbreitung der Art nicht stattfinden konnte.

Jedes Jahr gibt es Horrormeldungen in den Medien über jene Eichenprozessionsspinner. Sie vernichten demzufolge ganze Wälder durch Kahlfraß und gefährden in Siedlungsnähe die menschliche Gesundheit. Die Ursachen hierfür schreibt man gern dem Klimawandel zu, weil das so einfach ist und von den eigentlich im Vorfeld begangenen Fehlern ablenkt.

Tatsächlich begünstigen trockene und warme Witterungsverhältnisse die Populationsdichte der Tiere, vorwiegend der Falter. Doch die wirklichen Gründe für die massenhafte Vermehrung der Art werden gern und wohl auch oft vorsätzlich verschwiegen.

Die Raupennester findet man hauptsächlich an alleinstehenden Bäumen in Parks oder an Strassenrändern. Auch an sonnenexponierten Stellen an Waldrändern kommen sie naturgemäß vor. Jedoch dort, wo der Mensch kaum oder gar nicht die natürlichen Lebensräume manipuliert, reguliert die Natur die Bestände der Falter und Raupen ganz allein.
Auf dem Speiseplan des Kuckucks steht beispielsweise sowohl Raupe als auch Imago von Thaumetopoea processionea. Auch Blaumeisen und andere Vögel verschmähen die Raupen vorrangig in der Brutzeit zur Aufzucht ihrer Jungen nicht. Weitere natürliche Feinde wie Wanzen, Raupenfliegen, Wespen und einige Laufkäfer haben sich auf die Raupen spezialisiert. Eigentlich gibt es keinen Grund, Panik vor einer Massenvermehrung der Eichenprozessionsspinner zu bekommen. Die Natur würde die Population regulieren. Jedoch verhindert ausgerechnet der Mensch, dass es funktioniert.
Parkanlagen werden regelmäßig gemäht, ebenso die Strassenränder. Kaum eine Fläche kann sich dem Ordnungswahn der kommunalen Dienste entziehen. Nicht von ungefähr findet man Eichenprozessionsspinner vorwiegend an Bäumen, die in einer kultivierten Umgebung stehen. Denn dort leben die natürlichen Fressfeinde nicht mehr. Deren Lebensraum wurde ja sorgfältig zerstört, also ordentlich gemäht und zurechtgeschnitten.

In den Niederlanden hat man mit Nistkästen für Blaumeisen tatsächlich Erfolge bei der Eindämmung der Eichenprozessionsspinner- Population erzielen können. Auch in Deutschland folgen einzelne Kommunen dieser Strategie. Man darf sich davon nicht zu viel erhoffen, denn wenn bereits eine Massenvermehrung stattgefunden hat, können die natürlichen Fressfeinde nur noch geringfügig etwas ausrichten. Im Juni, wo dann die Raupen nach der 3. Häutung so richtig „giftig“ werden, halten sich auch die Vögel von ihnen fern. Nur eine Kombination aus ökologischer Vielfalt kann auf Dauer helfen, die Eichenprozessionsspinner wieder auf eine verhältnismäßige Populationsdichte zurückzudrängen.

Ich kann mich hingegen entspannt zurücklehnen, denn mein Garten ist insektenfreundlich gestaltet worden und den Kuckuck höre ich gelegentlich auch rufen…

 

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Ligusterschwärmer, der unauffällige Riese

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Trotz eines ziemlich regnerischem und deutlich zu kaltem Mai 2021 schlüpfen die Faltern aus ihren Puppen. Meistens warten sie hierfür gute Wetterbedingungen ab. In diesem Jahr ist das schwierig.

Wenn man von großen, einheimischen Schmetterlingen spricht, fällt der Name „Schwalbenschwanz“ nicht selten. Nachtfalter hingegen hat man kaum dabei im Blick, denkt der Laie ohnehin dabei „nur“ an Motten, die sich gelegentlich dem Licht folgend in einer Wohnung verirren und nicht selten dadurch dem Tod geweiht sind.
Sind die „Motten“ dann auch noch etwas größer als üblich, löst das bei manchen Zeitgenossen oft Panik oder gar Ekel aus.
Dabei sind die Tiere vollkommen harmlos und das Märchen vom kleiderfressenden Ungeziefer trifft auch lediglich auf die Larve der Kleidermotte (Tineola bisselliella) zu. Der Falter selbst hingegen ist nicht einmal in der Lage, Nahrung jedweder Art zu sich zu nehmen.

Frisch geschlüpfter Falter am 24.05.2021
Frisch geschlüpfer Falter am 24.05.2021
3 Ligusterschwärmer aus der Zucht, geschlüpft im Mai 2021

Der Ligusterschwärmer ist um ein Vielfaches größer als jener kleine,  als schädlich eingestufte Artverwandte.
Abgesehen von einigen anderen Nachtfaltern, vorwiegend Schwärmern, die jedoch erst als Wanderfalter nach Mitteleuropa einfliegen, gehört Sphinx ligustri zu den größten einheimischen Schmetterlingen, die nördlich der Alpen ganzjährig alle Entwicklungsstadien durchlaufen. Mit bis zu stattlichen 12cm Spannweite ist der Ligusterschwärmer ein imposantes Insekt.

Fast noch interessanter ist die Raupe des Nachtfalters.
Ihr verdankt das Tier seinen wissenschaftlichen Namen, abgeleitet von deren Ruheposition. Die Haltung erinnert an die ägyptische Sphinx- Statue in Kairo.


Da die Raupe sich vorwiegend von Liguster ernährt, fällt sie häufig den Rückschnittmaßnahmen der Hecken zum Opfer. Die Pflanze gibt es vorwiegend als kultivierte Hecke, nur noch selten als Strauch in freier Natur. Da auch die Raupe von Gartenbesitzern oft als Schädling betrachtet wird und die Verwendung von Insektiziden immer noch große Verbreitung auch unter Hobbygärtnern besitzt, ist die Art inzwischen selten geworden.

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Der angeblich böse Schmetterlingsflieder

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Tatsächlich handelt es sich bei Buddleja davidii, wie der Schmetterlingsflieder oder auch Sommerflieder mit wissenschaftlicher Bezeichnung heißt, um einen Neophyten.

Aglais io auf Blüte vom Schmetterlingsflieder

Neophyten haben das schlechte Image, heimische Tiere oder Pflanzen zu verdrängen. Man spricht dann von invasiven Neophyten. Das kann durchaus problematisch werden. Dennoch werden dem Strauch so manche Dinge unterstellt, die überhaupt nicht erwiesen sind…

Geflügelte Insekten suchen beim Sommerflieder gern Zuflucht. Aber der Schmetterlingsbaum ist ein falscher Freund, der sogar einige Schmetterlingsarten bedroht. Das sagt Yves Desmons vom Cercle des naturistes de Belgique. Die Pflanze verfolgt demnach eine eher hinterhältige Strategie. „Sie haben eine lila Farbe, die Schmetterlinge sehr anzieht, und sie strahlt sehr starke Gerüche aus, die zudem attraktiv sind. Der Nektar der Pflanze ist aber von schlechter Qualität, dafür aber reich an Koffein. Daher werden Schmetterlinge, sobald sie Koffein konsumiert haben, süchtig danach“, erklärt Desmons. Dies sei der Anfang vom Ende für die Schmetterlinge. Sie verbringen ihre Zeit damit, vergeblich nach Nektar zu suchen, von dem nur sehr wenig vorhanden ist. Das erschöpft die Schmetterlinge und hat zur Folge, dass sie nicht mehr brüten. Diese Kettenreaktion bedroht also ihre Spezies.

Quelle: https://brf.be/national/1305865/

Was ist da wirklich dran? Ist der Schmetterlingsflieder wirklich so hinterhältig und gefährlich? Die Warnungen werden auch auf anderen Internetpräsenzen erzählt, denen man eigentlich ausreichend Sachkenntnis zutraut.

„Der Sommerflieder hat nur wenig Nektar, der reich an Koffein ist. Die lila Farbe lockt die Schmetterlinge an, das Koffein macht sie süchtig – aber sie finden zu wenig Nektar und verhungern buchstäblich“, beruft sich Jutta Seethaler, Koordinatorin der Freigarten-Initiative auf die Forschungsresultate des Belgiers Yves Desmons vom „Cercle des naturistes de Belgique“. Die Schmetterlinge verbringen viel Zeit mit der Suche nach dem spärlichen Nektar – das erschöpfe sie und habe zur Folge, dass sie sich nicht mehr vermehren.

Quelle: https://vero-online.info/freigarten-sommerflieder-schadet-schmetterlingen/

Wer ist eigentlich jener Yves Desmons?

Der Verein, dem er angehört, Cercles des Naturalistes de Belgique, ist in etwa mit dem deutschen NaBu vergleichbar. Herr Desmons wird dort als Ökopädagoge bezeichnet. Inwieweit diese Betitelung einen  wissenschaftlichen Charakter besitzt, kann ich nicht beurteilen. Die Internetpräsenzen, die sich auf ihn berufen, bezeichnen ihn jedenfalls als Wissenschaftler.

Wieviel Nektar besitzt Schmetterlingsflieder?

Tatsächlich hat sich mal jemand die Arbeit gemacht, verschiedene Pflanzen nach ihrem Nutzen für Bienen zu erfassen. Allerdings geht es hierbei ausschließlich um Honigbienen, was der Verein der Schweizer Wanderimker zusammengetragen hat. Auf andere Insekten wie Schmetterlinge und Wildbienen ist das nur sehr begrenzt zu übertragen. Der Schmetterlingsflieder schneidet dabei weniger gut ab.  Ermittelt wurden die Ergebnisse anhand des Honigs, den man entsprechend analysiert hat. Da Buddleja ohnehin nicht so stark von Honigbienen frequentiert wird, sind die Ergebnisse wenig aussagekräftig. Pflanzen haben sich auch oft auf spezielle Bestäuber spezialisiert, welche von Honigbienen überhaupt nicht besucht werden, aber dennoch viel Nektar produzieren. Da es hierfür keine wissenschaftlich anerkannten Studien gibt, ist diese Auswertung rein für Honigbienen von Bedeutung und besitzt keine Aussagekraft über den tatsächlichen Nektargehalt der angegebenen Pflanzen. Woher die Erkenntnisse des Herrn Desmons stammen, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Welche Bedeutung hat das Koffein für Schmetterlinge?

Hierzu ist zu erwähnen, dass nirgends ein Beleg darüber zu finden ist, dass Buddleja besonders viel Koffein gegenüber anderen Blühpflanzen als Nebensubstanz im Nektar produziert.
Es gibt auch keinerlei Nachweise darüber, dass sich Koffein auf Schmetterlinge negativ auswirkt.
Dennoch scheinen Insekten Pflanzen, die Koffein produzieren, häufiger zu besuchen. Die Aussage, dass Schmetterlinge dadurch berauscht würden und somit anfälliger, von Fressfeinden erbeutet zu werden, ist jedoch eine gewagte Spekulation. In allen Artikeln, die sich damit befassen, wird zumindest dieses Verhalten nicht erwähnt.  Schmetterlingsflieder besitzt schlicht, ähnlich wie Lavendel ein reichhaltiges Blütenangebot, dass Schmetterlinge dort länger verweilen lässt.

Quelle: https://www.stern.de/panorama/wissen/natur/besseres-gedaechtnis-koffein-im-nektar-macht-bienen-hellwach-3108144.html

Was hat es mit der Farbe „Lila“ auf sich?

In der Tat wirkt diese Farbe auf gewisse Arten besonders anziehend. Auf unseren lila Schmetterlingsfliedern scheinen sich subjektiv betrachtet mehr Schmetterlinge zu tummeln als auf den weißen.
Die dunkleren lila Blüten wiederum scheinen weniger Tiere anzufliegen als die hellen. Vielleicht ist auch der Standort des Strauches hierbei von Bedeutung?
Ist das wirklich so oder wird man vom eigenen Empfinden getäuscht?
Laut Naturlehrpfad WunderWeltWasser in Bad Malente sind weiße Blüten die am meisten von Insekten besuchten und demzufolge auch am häufigsten vorkommend in der Natur.
Vermutlich spielt auch der Duft eine entscheidende Rolle und insbesondere die Zugänglichkeit zum Nektar im Blütenstand. Demnach hätte sich diese heimtückische Pflanze Buddleja eine eher schlechte Blütenfarbe ausgesucht…

Taubenschwanz am Schmetterlingsflieder

Ist Schmetterlingsflieder für Raupen unbedeutend?

Im Grunde ist Schmetterlingsflieder von geringer Bedeutung als Futterpflanze für Insekten, abgesehen vom Nektar. Es ist aber falsch, zu behaupten, dass Schmetterlingsraupen die Blätter generell verschmähen würden. Man konnte schon Raupen von Cucullia verbasci und Acherontia atropos an der Pflanze nachweisen. In Ermangelung der eigentlich bevorzugten Raupenfutterpflanze frißt die Raupe des Königskerzenmönchs auch Buddleja. Raupen von Totenkopfschwärmern leben ziemlich polyphag. Da Kartoffelfelder rar geworden sind und viele andere Futterpflanzen fehlen oder mit Giften behandelt werden, weicht das Tier gelegentlich auf Buddleja aus. Es wäre aber übertrieben, deswegen den Strauch anzupflanzen. Es geht lediglich darum, eine Falschaussage zu korrigieren.

Cucullia verbasci auf Buddleja davidii – Bild von Christine Diener

Beginnend mit einem Artikel auf dem belgischen Online- Portal RTBF wurde dem Schmetterlingsflieder ein so schlechter Ruf angedichtet, der allerdings in vielerlei Hinsicht auf reinen Spekulationen beruht und jegliche Evidenz vermissen lässt. Alle weiteren Quellen berufen sich entweder gegenseitig auf sich oder auf Yves Desmons‘ Aussagen, also im Prinzip auf eine einzige Person, deren angebliche wissenschaftliche Ausarbeitung hierzu aus dem Internet verschwunden ist, falls es sie überhaupt gab (Deswegen funktioniert der Link auch nicht, gehört aber zur Vollständigkeit dazu).  Dennoch verbreitet sich das Gerücht über den Schmetterlingsflieder stetig weiter…

Nicht alles daran ist falsch. Nach wie vor ist Buddleja davidii ein invasiver Neophyt.
In Rudarallandschaften kann der Strauch zum Problem werden und wichtige einheimische Pflanzenarten verdrängen. Hingegen an Bahndämmen, die über Jahrzehnte mit Glyphosat  „unkrautfrei“ gehalten werden, wächst außer Buddleja überhaupt kaum noch etwas. Ähnlich ist es in kontaminierten Industriebrachen oder an vernachlässigten Plätzen in Innenstädten, wo ansonsten keine Natur existiert und jeder Zeit die Fläche versiegelt werden kann.
Im großen Kampf gegen Umwelt- und Naturzerstörung spielt der Strauch eine eher geringe Rolle. Der Mensch mit seinen Umweltgiften und Flächenversiegelungen stellt das deutlich größere Problem dar.
Selbstverständlich soll  die Ausbreitung des Strauches in der Natur unterbunden werden. Das sollte aber ausschließlich auf Basis seiner Ausbreitung als invasiver Neophyt geschehen. Man braucht der Pflanze nicht zusätzlich negative Eigenschaften anzudichten, die nicht nachgewiesen werden können.
Im Übrigen gibt es in Gärtnereien und Baumschulen längst Buddleja zu kaufen, der so gezüchtet wurde, dass er sich nicht mehr durch Aussamung verbreiten kann. Somit könnte man dem Problem schon beim Kauf begegnen und Leute, die sich gern im Garten an dem Strauch und den nektarsaugenden Besuchern erfreuen wollen, gibt es eine Alternative.

Das erschöpft die Schmetterlinge und hat zur Folge, dass sie nicht mehr brüten.

Für Fachleute aus der Lepidopterologie muss dieser Satz von Yves Desmons entlarvend wirken. So würde sich niemand ausdrücken, der sich mit Schmetterlingen auskennt. Schmetterlinge brüten schlichtweg nicht. Das deutet auf fehlende Expertise auf diesem Gebiet hin und trotzdem äußert sich Yves Desmons über Verhalten und Lebensweise von Schmetterlingen. Zumindest erscheint das dubios.

Kurios wird die Geschichte um den „bösen“ Schmetterlingsflieder, da eine weitere Person, diesmal Prof. Harm Glashoff, ähnliche Behauptungen aufstellt. Der Mann ist übrigens Geologe und nicht Entomologe. Anstatt Koffein sollen allerdings Glycoside für den Rauschzustand von Schmetterlingen verantwortlich sein.
Ein Zitat aus dem verlinkten Beitrag zu Glycosiden lautet:

Glycoside kommen praktisch in allen Pflanzen vor. Vorwiegend sind sie in Wurzeln, Rinden und Früchten, aber auch in den Blättern vorhanden. Viele Pflanzenfarbstoffe oder pflanzliche Duftstoffe sind Glycoside…

Demzufolge existieren Glycoside nahezu in allen Pflanzen, was allein dadurch die Aussage des Herrn Professor massiv relativiert. Schmetterlinge wären demnach dauerhaft betrunken. Wie sollte es dem Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) jemals im andauernden Vollrausch gelingen, wie ein Kolibri vor den Blüten stehend, Nektar aufzunehmen und bei seinen rasanten Flugmanövern keine Unfälle zu verursachen?

Auch im Fall von Prof. Glashoff findet man selbst nach gründlicher Recherche keinerlei Forschungsergebnisse zu seinen Behauptungen. Tatsächlich beruhen seine Aussagen einzig und allein auf seinen persönlichen Beobachtungen. Ein Taubenschwänzchen war dabei wohl gerade nicht Gast am Schmetterlingsflieder…

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Mauerfuchs, ein standorttreuer Gartenbewohner

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Lasiommata megera ist ein Tagfalter, welcher oft zu wenig Beachtung erfährt. Dabei kann der Schmetterling schon beinahe als Haustier für Gartenbesitzer betrachtet werden, die ihren Garten entsprechend gestaltet haben.

Der Trivialname „Mauerfuchs“ gibt schon Aufschluss darüber, was das bevorzugte Habitat dieses Falters ist. Er liebt Mauern und felsigen Untergrund auf sonnenexponierten Flächen.  Mit etwas grünem Beiwerk könnte man den Schmetterling sogar für ansonsten lebensfeindliche Schotter- oder Steingärten begeistern. Sogenannte Ruderalflächen, also wo Sand, Kies und Geröll es vorwiegend Pionierpflanzen erlauben, zu gedeihen, ziehen diesen Schmetterling an und lassen ihn regelrecht dort sesshaft werden.

Eier von Lasiommata megera an Trespe unter Steinvorsprung

Das Weibchen legt seine Eier an die Futterpflanzen Trespe und Schwingel, Gräser, die eigentlich überall gedeihen, wo noch etwas Natur erlaubt wird.  Allerdings müssen diese Pflanzen geschützt unter Steinen oder Felsen spriesen und nach Süden ausgerichtet sein.

Raupe von Lasiommata megera

Die Raupen des Mauerfuchses sind durchgehend grün mit einem zarten hellen Seitenstreifen und damit hervorragend getarnt an den Grasstengeln.

Puppen von Lasiommata megera

Besonders interessant sind die Puppen des Falters, die es in 2 verschiedenen Farbvarianten gibt. Es ist völlig ungeklärt, wie es zustande kommt, dass manche Puppen schwarz sind und andere grün. Die grüne Variante gibt es häufiger, allerdings sind die geschlüpften Falter optisch nicht verschieden. Auch das Geschlecht ist nicht von Bedeutung oder die Platzierung der Puppe.

Auf Natursteinmauern ist der Falter mit zusammengefalteten Flügeln gut getarnt. Ansonsten ist das Tier mit seinem orangeroten Grundton doch recht auffällig. Charakteristisch ist der typische Taumelflug des Falters.

Wer sich also gern an einem hübchen Falter im eigenen Garten erfreuen möchte, kann mit geringem Aufwand einen Lebensraum für dieses schöne Insekt schaffen. Der Falter dankt es mit stetiger Präsenz im Garten bei halbwegs gutem Wetter vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein in 3 standorttreuen Generationen.

 

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